Vorhang für die Musicalgruppe ist zum letzten Mal gefallen

Jahrelang war es eine Erfolgsgeschichte, doch nun wird das Kapitel der jungen Künstler aus Zschopau geschlossen. Neben den Erinnerungen anvielegelungene Auftritte hinterlassen sie noch etwas Anderes.

Zschopau.

Bald hätte es ein kleines Jubiläum zu feiern gegeben, doch soweit kommt es nicht. Grund: Die Musicalgruppe Zschopau, die 2005 gegründet wurde, hat sich aufgelöst. Statt ein Programm anlässlich des 15-jährigen Bestehens vorzubereiten, muss Niels Sigmund schweren Herzens das Ende dieses Projekts verkünden. Er ist der Vorsitzende der IG Zschopau - dem Verein für Umwelt, Kultur und Stadtentwicklung, unter dessen Dach die Musicalgruppe ab 2013 aktiv gewesen war. "Seit Beginn dieses Jahres gibt es diese Arbeitsgemeinschaft nicht mehr. Von den zuvor 18 Mitgliedern wollten nur noch drei weitermachen", erklärt Sigmund.

Eine kleine Party gibt es im Januar schon noch. Allerdings dürfte die Stimmung dabei eher getrübt sein, denn geplant ist eine kleine Abschlussfeier. Sicherlich wird dabei noch einmal der allerletzte Auftritt zum Thema werden. Mit dem "Groovy Christmas Crime" hatten sich die 14 bis 18 Jahre alten Künstler Ende Dezember im Witzschdorfer Gasthof vom Publikum verabschiedet. Viele hatten dabei Tränen in den Augen, weil sie schon da wussten, dass der Vorhang für ihre Gruppe zum letzten Mal fällt.

"Das Interesse bei den jungen Leuten ist einfach nicht mehr so da, wie es mal war", sagt Claudia Lein. Die Anfänge in der Kulturfabrik, wo Yves Flade und einige Mitstreiter die Musicalgruppe 2005 ins Leben riefen, hat sie noch nicht miterlebt. Dennoch hat die Gymnasiastin viel erlebt, seitdem sie 2012 dazu stieß: Höhen wie die Groovy-Christmas-Vorstellungen in der Zschopauer Kirche vor 800 Zuschauern ebenso wie Tiefen, geprägt von der Suche nach neuen Proberäumen und jungen Neuzugängen.

Schon mehrfach drohte wegen der dünnen Personaldecke das Ende. Bekamen die Zschopauer in der Vergangenheit aber immer noch die Kurve, so reichten die drei neuen Mitglieder 2019 nicht, um den Verlust zu kompensieren. Auch Claudia Lein gehört zu denjenigen, die sich nun auf ihr Abitur konzentrieren wollen. Neben Musikern fehlte der Gruppe aber auch ein Leiter. "So etwas funktioniert nur, wenn jemand da ist, der das Projekt lebt und vorantreibt", sagt Niels Sigmund. Er meint damit Führungskräfte wie Yves Flade und Toni Haase. Letzterer war ebenfalls ein Gründungsmitglied und hielt noch bis vor einigen Monaten die Fäden in der Hand.

In Person von Kerstin Randall stand den jungen Künstlern bis zuletzt eine Gesangslehrerin mit Tipps zur Seite. Eine treibende Kraft voller Leidenschaft fehlte jedoch, sodass es nun nicht mehr um die Koordination von Auftritten, sondern der Hinterlassenschaften geht. "Den Kernbestand werden wir auf jeden Fall erhalten. Damit wollen wir andere kulturelle Veranstaltungen unterstützen", betont Sigmund. Viele der 300 Kostüme sollen so weiterhin von Nutzen bleiben - ebenso wie die Technik samt Mixer, Boxen und LED-Beleuchtung. Womöglich kommt die Ausrüstung aber auch neuen Projekten zugute. "Wir sind offen für neue Ideen", so der Vorsitzende der IG Zschopau: "Wenn es jemand mit Ambitionen gibt, sind wir der richtige Ansprechpartner."

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