Weihnachtseinkauf konzentriert sich nun noch mehr aufs Internet

Wegen des nahenden Lockdown werden viele Geschenke, die bald auf dem Gabentisch liegen sollen, online bestellt. Trotzdem werden wohl auch die lokalen Händler diese Wochenoch einmal viel zu tun bekommen.

Zschopau/Marienberg.

Ein Trend, der sich seit Jahren abzeichnet, wird durch den von Sachsens Regierung beschlossenen harten Lockdown noch verschärft. Weil viele Geschäfte ab kommenden Montag geschlossen bleiben, werden noch mehr Weihnachtsgeschenke im Internet gekauft. Das ergab eine Umfrage von "Freie Presse" in der Region, die indes auch dem lokalen Einzelhandel zumindest etwas Hoffnung machen dürfte.

Anke Uhlig, Kundin aus Zschopau: "Schon seit Jahren bestellen wir unsere Weihnachtsgeschenke in erster Linie online. Das ist bequem, preisgünstig, und man findet problemlos Produkte, die in Zschopau nicht zu haben sind. Das geht beim Spielzeug los. Für die Händler tut es mir natürlich leid, auch wenn ich denke, dass in den Geschäften bis Samstag noch einmal großer Andrang herrschen wird. Ein Grund dafür, jetzt erst recht online zu bestellen."

Manuela Scheithauer, Kundin aus Drebach: "Im Internet ist die Auswahl viel größer, weswegen auch wir viele Geschenke online bestellen. Aber in den nächsten Tagen muss ich schon noch ein paar Mal los, um mir einige Dinge direkt in den Läden vor Ort zu besorgen, wie zum Beispiel Gutscheine oder erzgebirgische Volkskunst. Es ist auch schön, die Produkte in der Hand zu halten und vom Händler beraten zu werden."

Monique Lorenz, Verkäuferin bei "Männerherz" in Olbernhau: "Die kurzfristige Ankündigung des zweiten Lockdown in diesem Jahr hat uns sehr überrascht. Privat habe ich schon ein paar Geschenke gekauft, aber noch nicht alle. Da ich selbst im Einzelhandel tätig bin, werde ich in den kommenden Tagen auch kaum Zeit dafür haben, noch etwas zu kaufen. Ich hoffe bis Samstag auf eine starke Nachfrage im Laden, denn wir haben uns mit Ware eingedeckt. Über unseren Onlineshop werden wir auch während der Schließzeit verkaufen und die Ware verschicken. Es muss und wird irgendwie weitergehen."

Matthias Polster, Inhaber eines Fachgeschäfts für Uhren, Schmuck, Foto und Optik in Olbernhau: "Das eigentliche Weihnachtsgeschäft beginnt erfahrungsgemäß eine Woche vor Heiligabend. Das ist die umsatzstärkste Woche des Jahres. Ich habe viel Verständnis dafür, dass im Rahmen des Coronaschutzes große Einkaufszentren, die täglich von tausenden Menschen frequentiert werden, geschlossen bleiben müssen. Die kleinen Händler hier im ländlichen Raum trifft die Verallgemeinerung des Einzelhandels aber unverhältnismäßig hart. Die Kundenfrequenz in meinem Geschäft hat nach der Ankündigung des Lockdown schon zugenommen. Ich vermute, dass bis zum Samstag eine verstärkte Nachfrage einsetzen wird. Als Handwerksbetrieb werde ich danach wohl zumindest eingeschränkt öffnen dürfen. Privat sind alle Weihnachtsgeschenke schon gekauft."

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