Werbung bleibt wunder Punkt bei Schloss-Vermarktung

Die Gästezahlen bei Freiluftveranstaltungen auf Wildeck in Zschopau sind in diesem Jahr unter den Erwartungen geblieben. Regelrecht ins Wasser gefallen ist das aufwendig organisierte Schlossgartenfest. Doch nicht immer liegt es am Wetter.

Zschopau.

Die Freizeitangebote für Familien und junge Leute im Wohnort sind unzureichend. So denkt fast die Hälfte der Leser, die sich an einer nicht repräsentativen Umfrage von "Freie Presse" über die Lebensqualität in der Region beteiligten. In Zschopau bemängelten sie unter anderem eine ungenügende Auslastung von Schloss Wildeck und die mangelhafte Ankündigung von Veranstaltungen. Die Kritik ist nicht neu. Neben Bekanntem wie Motorradsammlung, Münzwerkstatt, Buchdruckmuseum und Bergfried hat das historische Gemäuer derzeit kaum neue Glanzlichter zu bieten. Es fehlt beispielsweise an Räumen für Sonderausstellungen.

Allein das Veranstaltungsprogramm sorgt für Abwechslung in den alten Mauern. 32 Angebote haben Stadt einschließlich Bibliothek in diesem Jahr auf die Beine gestellt. 22 weitere wurden zum Teil oder gänzlich von anderen Anbietern organisiert. Doch auch hier bleiben die Möglichkeiten begrenzt. Zumal Räume im Schloss für private Feiern vermietet werden. Allein an rund 20 Wochenenden im Jahr finden in dem Gemäuer Trauungen statt.


Programme für die Jüngsten gehören für Ramona Hofmann zu den größten Erfolgen in diesem Jahr. So zählte die in der Stadtverwaltung für Kultur zuständige Mitarbeiterin während der zweiwöchigen Ausstellung "Zauberhafte Spuk- und Phantasiewelt" im Oktober mehr als 330 Besucher. Knapp 200 waren zuvor zur Gruselveranstaltung "Spuk im Schloss" gekommen. Annähernd 300 Interessenten sahen die Vorträge und die Ausstellung zu "150 Jahre Eisenbahnstrecke Chemnitz - Annaberg".

Als Reinfall sollte sich dagegen das Schlossgartenfest erweisen, das wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste. 200 Gäste waren die magere Bilanz für das aufwändig organisierte Fest. Dabei könnten dem alten Gemäuer gerade Veranstaltungen unter freiem Himmel ein größeres Publikum bescheren. Zwar sind Konzerte mit 2000 Besuchern und mehr wegen der beengten Verhältnisse undenkbar. Der Schlosshof fasst Ramona Hofmann zufolge aber immerhin bis zu 800 Besucher.

Doch das bleibt wohl vorerst Wunschdenken. So ist im Mai der Irische Abend mit Fairydust und The Mockingbird Men mit 220 Besuchern unter den Erwartungen geblieben. Auch das Freiluftkino hätte laut Kulturamtsleiterin besser laufen können. Reserven sieht sie ebenso beim Blasmusiktreffen und dem Familienfest der Vereine. Doch wie lassen sich diese erschließen? Bislang sieht das Budget für Veranstaltungen im Haushalt jedes Jahr um die 5000 Euro vor. "Da müssen wir genau überlegen, was wir davon für Werbung ausgeben können", sagt Hofmann. Denn von dem Betrag seien zum Beispiel Ausgaben für Technik, Gema und Genehmigungen zu decken. Verbesserungsbedarf sieht auch Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos): "Werbung kann man nie genug machen."

Auch im Internet gibt es noch Baustellen. Dabei hatte der Stadtchef vor einem Jahr ankündigt, persönlich eine neue Homepage fürs Schloss zu gestalten. Vor sechs Jahren wurde die Seite das letzte Mal gepflegt, vor vier Jahren dann endgültig vom Netz genommen. Die umstrittene Entscheidung war unter Sigmunds Vorgänger Klaus Baumann in Zusammenhang mit einer neuen Internetpräsenz für die Stadt Zschopau getroffen worden.

Spätestens im Sommer wollte Sigmund die neue Schloss-Homepage freischalten. Doch wer die Adresse "www.schloss-wildeck.de" aufruft, wird nur auf die Seite der Stadtverwaltung verwiesen. Dort erfährt der Leser zwar einiges über die Geschichte des Schlosses, der Veranstaltungskalender ist aber alles andere als nutzerfreundlich.

Die im Oktober fertiggestellte Smartphone-App mit Informationen über die Ausstellungen und das Schlossareal habe Vorrang gehabt, begründet OB Sigmund den Verzug. Mit der App (kleines Programm für Smartphone oder Tablet) ließen sich wesentlich mehr Nutzer als mit einer Internetseite erreichen. Mehrere Tausend Euro hat die Stadt in das Mini-Programm investiert. An der Erneuerung der Schloss-Homepage will Sigmund dennoch festhalten, sich aber nicht auf einen neuen Termin festlegen.

Trotz aller Probleme rechnet die Stadtverwaltung im kommenden Jahr mit einem Besucher-Plus. Denn 2017 soll ganz im Zeichen der beiden 725-Jahr-Feiern in Zschopau und im Ortsteil Krumhermersdorf stehen.

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