Wildert das Erzgebirge etwa im Vogtland?

Die hiesige Wirtschafts-förderung will Pendler zurückholen. Und versucht es mit einem Kinospot.

Plauen/Annaberg-Buchholz.

Erwischt: Das Erzgebirge fischt im Vogtland nach Fachkräften. Ein Kinospot zu diesem Thema flimmerte in der Weihnachtszeit im Plaue- ner Kino über die Leinwand. Es warb um Erzgebirger, die "in der Ferne" den Umzugswagen bestellen sollen.

Matthias Lißke, Botschafter des Erzgebirges und Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung mit Sitz in Annaberg-Buchholz, räumt auf Nachfrage ein, dass tatsächlich ein solcher Spot im Rahmen eines Kinopaketes auch in Kinos im Vogtland gelaufen sei. Es sei ein "reiner Imagespot", betont er. Es geht dabei um das Thema Rückkehrer. "Im Erzgebirge ist das derzeit hoch im Trend. Die Heimkehrer sind eine Säule der Fachkräftesicherung", erläutert Matthias Lißke.

Dabei ist die Not im Vogtland selbst groß. Zu Spitzenzeiten waren voriges Jahr 3500 Jobs in der Region frei. Die dortige Wirtschaftsförderung wirbt auch um Weggezogene, die Umzugskartons packen sollen - allerdings in Kinos in Stuttgart und München.

Marion Päßler, Leiterin des Amts für Wirtschaftsförderung im Landratsamt des Vogtlandkreises, hatte zuletzt im Gespräch mit der "Freien Presse" betont, dass bei aller Not im Landstrich nicht Abwerbung in den Nachbarregionen Erzgebirge und Zwickau betrieben werde. "Das wäre ja Unsinn", sagte die Amtsleiterin. "Wir zerfleischen uns nicht."

Andere Werbemaßnahmen betreibe die Wirtschaftsförderung des Erzgebirgskreises im Vogtland nicht, heißt es. "Also gibt es auch kein gezieltes, gegenseitiges Abwerben", teilt der erzgebirgische Wirtschaftsförderer Matthias Lißke weiterhin mit.

Das Pendlersaldo zwischen den Nachbarn sei fast ausgeglichen, betont er. "Es pendeln aber einige Personen mehr aus dem Erzgebirgskreis ins Vogtland, um dort zu arbeiten."

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