Wilischthalerin will Loslösung von Zschopau

Die marode Straße Am Federnwerk war Thema im Hauptausschuss. Das Gremium schloss einen Flächentausch nicht aus.

Zschopau/Wilischthal.

"Absolutes Desinteresse. Die haben uns überhaupt nicht im Fokus", sagte Heidrun Förster nach der jüngsten Sitzung des Zschopauer Hauptausschusses. Das Gremium hatte sich mit einem Schreiben zur Zufahrtsstraße Am Federnwerk im Ortsteil Wilischthal befasst. Darin fordern Anwohner wie Heidrun Förster, einen 300 Meter langen Abschnitt im Eigentum der Deutschen Bahn öffentlich zu widmen. Damit wäre die Stadt für die Instandsetzung des maroden Straßenstückes zuständig. Die Bahn hatte schon vor Jahren erklärt, das Grundstück nicht mehr zu nutzen und keine Instandsetzungsmaßnahmen zu planen.

Ebenso wenig möchte die Stadt sich diese Aufgabe freiwillig aufbürden. Zumal es in Zschopau mehrere Kommunalstraßen gibt, die sich in einem ähnlichen Zustand befinden, wie Veikko Bartsch (Bund Freier Wähler) anmerkte. Die Anwohner hätten gleichwohl gewusst, dass sie die Verkehrssicherungspflicht mit übernehmen. Tatsächlich hatte die Bahn Anliegern, die im Jahr 2000 von dem Verkehrsunternehmen ihr Haus erworben haben, ein Geh- und Fahrrecht eingeräumt. Mit der Maßgabe, dass die Unterhalts- und Verkehrssicherungspflicht ausschließlich den Begünstigten obliegt. Die Grunddienstbarkeit hätten die Eigentümer von zwei Häusern nahe der Scharfensteiner Straße übernommen, ergänzte Heidrun Förster.

Entscheidend dürfte indessen die Antwort auf die Frage sein, wie viele Menschen die Straße "Am Federnwerk" benutzen. Daraus jedenfalls leitet die Stadt ihren Standpunkt ab, wonach kein Handlungsbedarf besteht. Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) hält den öffentlichen Charakter bei diesem Straßenstück für nicht gegeben. Erst ab zehn Betroffenen sei das der Fall. Diese Aussage bezieht sich auf die Einwohner im Zschopauer Teil von Wilischthal. Die Straße nutzen aber auch Bewohner auf Drebacher Terrain. Dort stehen drei Mehrfamilienhäuser, die nur über die Plattenstraße zu erreichen sind. Heidrun Förster spricht von 30 bis 40 Leuten und sieht damit durchaus ein öffentliches Interesse. Die Argumente wurden schon vor acht Jahren ausgetauscht. Eine befriedigende Lösung für die Bewohner gibt es bislang nicht.

Die Wilischthaler auf der Zschopauer Seite fühlten sich abgehängt und würden einen Gebietswechsel anstreben, sagte Heidrun Förster. Den Vorschlag hatte Drebach der Stadt schon einmal ohne Erfolg unterbreitet. Die Gemeinde hatte ihren Teil der Straße 1993 gewidmet und saniert. Für Sigmunds Vorgänger, Klaus Baumann, kam damals ein Gebietstausch allerdings nicht infrage. "Ich werde auf jeden Fall keine Einwohner mehr hergeben", machte er 2011 auf Nachfrage von "Freie Presse" deutlich. Zur jüngsten Sitzung des Hauptausschuss hörte sich der heutige Stadtrat (Wir - die Vereine) dazu ganz anders an. "Ich würde einen Flächentausch sehr unterstützen", meinte Baumann. Oberbürgermeister Sigmund: "Wenn Herr Haustein einen Flächentausch möchte, dann kann er sich gern an uns wenden." Heidrun Förster hat inzwischen wieder etwas Hoffnung geschöpft: Für den 30. Januar hat sie ein Treffen mit beiden Bürgermeistern angeschoben.

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