Wirtschaftlichkeit auf dem Prüfstand

Eine Entscheidung über die Zukunft des einstigen Stadtcafés von Zschopau naht. Ob daraus eine Jugendherberge wird, hängt von wichtigen Zahlen ab.

Zschopau.

Das markante gelbe Gebäude unterhalb des Zschopauer Marktbereichs hat schon für viel Gesprächsstoff gesorgt. Erst drohte dem ehemaligen Stadtcafé der Abriss, dann schien aus dem neuen Nutzungskonzept von Investor Thoralf Zinner eine unendliche Geschichte zu werden. Eine Entscheidung des Jugendherbergswerks, ob aus dem historischen Objekt tatsächlich die angedachte Unterkunft für Touristen werden könnte, war schon mehrfach angekündigt - und stets wieder vertagt worden. Eine endgültige Klärung dieser Frage stellte Zschopaus Oberbürgermeister Arne Sigmund nun auf der jüngsten Stadtratssitzung in Aussicht.

"Bis Mitte Februar wird das Herbergswerk eine Stellungnahme erarbeiten, in der das Nutzungskonzept und die Wirtschaftlichkeit des Zschopauer Projektes bewertet werden. Dafür erfolgen zwischen dem Herbergswerk und dem Investor Abstimmungen zur Konkretisierung der zu erwartenden Betriebskosten", erklärte Sigmund, der sich eine Woche zuvor mit Vertretern des Jugendherbergswerks und Zinner in Chemnitz getroffen hatte. Auch die Tourismuskonzeption, die die Stadt bei einer Agentur in Auftrag gegeben hat, spiele eine wichtige Rolle. "Das Herbergswerk wird an einem Arbeitstermin mit der Agentur teilnehmen. Dabei sollen gemeinsame konzeptionelle Ideen erarbeitet werden", so der Oberbürgermeister. Obwohl dies danach klingt, dass es schon um Perspektiven für die Zukunft geht, ist diese noch längst nicht geklärt. Erst im März will sich der sächsische Landesverband dazu äußern.

"Die Wirtschaftlichkeit muss darstellbar sein. Das ist der Hauptaspekt", sagt Günther Schneider. Der Vorsitzende des Landesverbandes, der zugleich an der Spitze des Deutschen Jugendherbergswerks steht, hatte wie alle anderen Beteiligten auf eine frühere Klärung gehofft. Organisatorische Probleme innerhalb des Landesverbandes hätten jedoch im Dezember für eine Aufschiebung gesorgt. Nun sollen alle Zahlen auf den Tisch, um herauszufinden, ob sich eine Jugendherberge im ehemaligen Stadtcafé rentieren kann. "Zur entscheidenden Präsidiumssitzung am 8. März ist eine persönliche Präsentation durch Herrn Zinner und meine Person möglich", erklärte Arne Sigmund, der diese Gelegenheit ebenso wie der Investor auf jeden Fall beim Schopfe packen will.

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