Wo demente Heimbewohner ein Stück Zuhause erleben

Wie können pflegebedürftige Senioren optimal versorgt werden? In Lengefeld hat die Awo einen besonderen Bereich mit "Wohnstübl" eingerichtet.

Lengefeld.

Bei pflegebedürftige Senioren stoßen Angehörige bei der häuslichen Pflege, selbst wenn sie durch Pflegedienste unterstützt werden, oftmals an ihre Grenzen. Insbesondere wenn Demenz im Spiel ist, bleibt oft nur der Umzug in ein Seniorenheim, wie etwa ins Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Lengefeld.

"Etwa 80 Prozent unserer Bewohner sind an Demenz erkrankt, was auch an unser Haus hohe Anforderungen stellt", sagt Leiterin Denise Zeuner. Um diesem Betreuungsbedarf gerecht zu werden, entstand bereits Ende 2016 die Idee, einen Bereich des Seniorenzentrums speziell für an Demenz im fortgeschrittenen Stadium Erkrankte einzurichten. Dadurch soll sich das individuelle Wohlbefinden bei allen Haus- bewohnern verbessern.

"Menschen mit schwerer Demenz können sich nur begrenzt an Situationen anpassen, wodurch sie häufig Konflikte mit anderen Bewohnern erleben. Zunächst haben wir uns in einer Chemnitzer Pflegeeinrichtung umgeschaut, die schon so einen Dementenbereich hatte. Anschließend gab es Gespräche mit unserer Geschäftsführung sowie mit Handwerkern und Planern", blickt Zeuner zurück.

Mitte 2018 sei dann mit dem Umbau eines Bereiches im Erdgeschoss begonnen worden, in dem sich bis dahin ein Andachts- und ein Therapieraum sowie ein kleines Lager befanden. Aus dem Andachtsraum entstand ein Aufenthaltsraum, indem sich auch eine kleine Küche befindet. Das Lager wurde zum Ruhe- und Snoozleraum; aus dem Therapieraum entstand ein kleiner Aufenthaltsraum samt Bad.

"Rund 20.000 Euro wurden investiert. Der geschützte Außenbereich wird im Frühjahr fertiggestellt. In diesen werden noch einmal 10.000 Euro investiert", sagt Denise Zeuner, die mit ihrem Team auch auf die gemütliche Einrichtung des Bereiches Wert gelegt hat: Ein Sofa, eine antike Anrichte und historische Fotos an der Wand geben den künftigen Nutzern das Gefühl, zuhause zu sein. Von Montag an werden zunächst acht Bewohner des Seniorenzentrums den neuen geschützten Dementbereich, der 'Wohnstübl' heißt, nutzen.

"Zwei Mitarbeiter werden von Montag bis Freitag tagsüber sowie am Samstagvormittag die Bewohner betreuen, die in der restlichen Zeit in ihren üblichen Wohnbereichen im Haus leben. Maximal können zehn Bewohner den Bereich nutzen", so Zeuner, die trotz der zusätzlichen Betreuungsform mit dem vorhandenen Personal auskommt. "Für den Dementenbereich sind zunächst 20 unserer insgesamt 75 Mitarbeiter geschult worden, wobei die Betreuung Dementer in der ständigen Weiterbildung für alle Mitarbeiter enthalten ist", so Zeuner.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...