Wölfe werden grenzübergreifend überwacht

Die Raubtiere können weite Strecken zurücklegen. Ein Projekt zwischen Freistaat und Tschechien soll Monitoringarbeit leisten.

Marienberg/Zschopau.

Mit den beiden getöteten Schafen Ende November 2019 im Marienberger Ortsteil Sorgau und in Großolbersdorf hat das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie nunmehr sechs Wolfsrisse im vergangenen Jahr im Landkreis bestätigt. Trotzdem gilt nach wie vor: Auf sächsischer Seite des Erzgebirges ist derzeit kein Wolfsterritorium bestätigt, sagt Vanessa Ludwig, Sprecherin der Fachstelle Wolf. Allerdings können die Raubtiere weite Strecken zurücklegen, weshalb im Freistaat nachgewiesene Wölfe auch aus Tschechien stammen können.

"Der Fachstelle ist bekannt, dass im Monitoringjahr 2018/19 in grenznahen Regionen der Tschechischen Republik drei Wolfsterritorien bestätigt waren. Es handelte sich dabei neben dem Výsluní Rudel um das Lužické Hory Rudel im Nationalpark Böhmische Schweiz (NCS), sowie das Hohwald-Rudel", erläutert Vanessa Ludwig. Dass diese Territorien nachgewiesen wurden, ist einem grenzüberschreitenden Projekt zwischen dem Freistaat Sachsen und Tschechien zu verdanken. Dabei handelt es sich um das sogenannte Owad-Projekt - Objektive Akzeptanz des Wolfes in einer grenzüberschreitenden Kulturlandschaft. "Es wird von der Tschechischen Landwirtschaftlichen Universität in Prag, dem Senckenberg-Museum für Naturkunde Görlitz, dem Umweltministerium der Tschechischen Republik und der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik durchgeführt", nennt Vanessa Ludwig die Beteiligten.

Ziel des Projekts sei es, mit intensivem Informations- und Erfahrungsaustausch in der Grenzregion Wolfsmonitoring, Öffentlichkeitsarbeit und Herdenschutz zu etablieren - angepasst an die Verhältnisse im Nachbarland, ergänzt die Referendarin der sächsischen Fachstelle. Die enge, grenzübergreifende Zusammenarbeit läuft dieses Jahr aus. (rickh)


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