Wolkenstein: Hotelgäste ärgern sich über Knöllchen

Stadt Wolkenstein sieht Kritik als nicht gerechtfertigt an

Wolkenstein.

Beginnt die schönste Zeit des Jahres mit einem Knöllchen, dann ist die Urlaubsstimmung schnell im Eimer. Familie Schreyer ist genau dies im Oktober in Warmbad am Santé Royale passiert. Sie habe lediglich im Hotel kurz nachgefragt, wie es sich mit Stellflächen für Gäste verhält, sagt Elke Schreyer, die sich nun bei Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing beschwerte. Als die Familie zum Auto zurückkam, hing ein Strafzettel daran.

Kein Einzelfall, wie eine Nachfrage im Santé Royale zeigt. Es gebe immer wieder Fälle, bei denen sich Hotelgäste über Knöllchen ärgern, so Rezeptionsleiter Philipp Schneider. Viele Gäste würden nicht zuerst den Parkautomaten ansteuern, sondern sich im Hotel erkundigen. Wenn sie zu ihren Autos zurückkommen, hänge häufig ein Strafzettel daran. Dabei gibt es am Automaten sogar eine sogenannte Brötchentaste mit gratis Kurzzeitparktickets. Schneider: "Die Gäste wissen das meist nicht." Natürlich sei die Stadtverwaltung im Recht. Schneider wünscht sich aber mehr Nachsicht. Zumal der für die Strafzettel zuständige Politeur genau wisse, wann im Hotel Anreise- und Abreisetag seien.

Von Auflauern könne keine Rede sein, sagt Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing (parteilos). Der Politeur mache eben seine Arbeit, er lasse auch mit sich reden. Es sei aber wichtig, die Ordnung zu wahren. So habe es bereits Fälle gegeben, bei denen ein Notarzt aufgrund mehrerer Falschparker nicht "durchkam", erklärt Liebing. Genau dies teilte er auch in seiner Antwort Familie Schreyer mit, die dafür durchaus Verständnis äußert. Zugleich betont Elke Schreyer: An jenem Tag, als sie das Knöllchen erhielt, sei der Parkplatz fast leer gewesen.

Was also tun? Könnten zusätzliche Schilder mit Verweis auf die Brötchentaste weiterhelfen? Es seien in Hinblick auf den Automaten bereits Hinweisschilder aufgestellt worden, sagt Liebing. Weiteren Bedarf sieht er nicht. Ohnehin werde der Kurboulevard bald erneuert. Dann entstehen für das Hotel eigens Kurzzeitparkplätze. Familie Schreyer hilft das nicht mehr. Auch wenn die Stadt im Recht sei: Ihren Urlaub will sie nicht erneut in Wolkenstein verbringen.

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