Wolkenstein: Vorplanung für neue Kindertagesstätte kann beginnen

Einstimmig hat der Stadtrat einen Beschluss gefasst, der den Weg in die Zukunft ebnen soll - nach einer langen und heftigen Diskussion. Doch es bleiben Fragen offen.

Wolkenstein.

Auf dem Weg hin zum Neubau der Kita "Regenbogen", die sich bislang im Ortsteil Gehringswalde befindet, hat der Wolkensteiner Stadtrat den ersten offiziellen Schritt vollzogen. So wurde am Montag die Verwaltung damit beauftragt, eine Vorplanung für den bevorzugten Standort auf dem noch freien Baufeld "Butterleithe" in Wolkenstein zu erstellen. Dabei sollen Kriterien wie zum Beispiel die Erschließung und die Entwicklungsmöglichkeiten untersucht werden. Obwohl der Beschluss am Ende einstimmig ausfiel, war ihm eine lange und teils auch lautstarke Diskussion vorausgegangen. In einer Beratungspause beruhigten sich aber die Gemüter, was letztlich zu einem Kompromiss führte.

Aus dem kurzfristigen Antrag der CDU und SPD, den Beschluss zu ändern, wurde ein Punkt übernommen. So soll der mögliche Erwerb des entsprechenden Grundstücks durch eine zeitlich befristete Kaufoption notariell gesichert werden. Ursprünglich hatte Peter Siedersleben (SPD) einen Änderungsvorschlag eingereicht, der vier Punkte umfasste - und damit eine heftige Diskussion ins Rollen gebracht. Nicht nur der Inhalt stand dabei im Fokus, sondern auch der zeitliche Aspekt. Unter anderem brachte Daniel Pautz (Demokratische Wählervereinigung Wolkenstein) seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass erst am Vormittag vor der Sitzung - und damit seinen Worten nach "kurz vor der Angst"- ein Änderungsvorschlag eingereicht wurde. Auch Bernd Sachse (DWV) sah darin "Polemik und Populismus", denn "wir diskutieren diesen Sachverhalt schon ein Jahr lang".

In dem Änderungsvorschlag war unter anderem eine Untersuchung weiterer Standorte gefordert worden. "Es braucht Vielfalt und keine festgeschriebene Alternativlosigkeit. Das bemängeln wir am Beschlussvorschlag", begründete Siedersleben. Laut Bürgermeister Wolfram Liebing waren jedoch bereits im Vorfeld 20 Grundstücke auf Kaufmöglichkeit, Bebaubarkeit und sonstige Einschränkungen hin untersucht worden. In die engere Auswahl schafften es zwei, von denen die "Buttlerleithe" aufgrund der Lage an der Freiberger Straße favorisiert wurde.

Auch auf den Hinweis von Siedersleben, dass durch dieses "Projekt in völlig neuen Dimensionen" - im Raum stehen Kosten von rund drei Millionen Euro - die Verschuldung der Stadt weiter steige, reagierte der Bürgermeister. "Wir müssen unsere Stärken hervorheben und dürfen uns nicht klein machen", sagte Liebing und erläuterte die Notwendigkeit einer neuen Kita: "Im Moment ist es so, dass Kinder keinen Tagesstätten-Platz bekommen und deshalb in größerer Anzahl nach Marienberg oder Großolbersdorf gebracht werden."

Laut Kita-Elternsprecher Benjamin Petzold, der sich ebenfalls in der Diskussion zu Wort meldete, dauert die Wartezeit für Eltern, die Kinder im Gehringswalder Regenbogen anmelden wollen, bis November 2020. "Solche Familien kommen mit einem zweiten Kind bestimmt nicht wieder in diese Kita", gab er zu bedenken. Eine neue Einrichtung mit mehr Platz und Qualität, die Wolkenstein für junge Familien attraktiv macht, wird daher von allen Stadträten angestrebt. Selbst Peter Siedersleben sprach von einer "zukunftsorientierten und nachhaltigen Maßnahme". Zugleich betonte er, dass seine Fraktion auch bezüglich des Standorts zu dem Projekt Neubau stehe. "Eigentlich sind wir uns ja auch alle einig", versuchte sich Lutz Bruchhold (CDU) als Schlichter. Er bezeichnete den Änderungsvorschlag lediglich als Konkretisierung - und war am Ende wie alle anderen Anwesenden froh, dass ein einheitlicher Beschluss gefasst wurde. Ein Kita-Gesamtkonzept und die Einbeziehung des Horts, wie von CDU und SPD gefordert, tauchte darin nicht auf. "Wie wir mit dem Hort künftig verfahren, werden wir separat untersuchen", kündigte Bauamtsleiter Jens Voigt allerdings an.

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