Wolkenstein zeichnet Ehrenamtler aus

Familien und Vereine haben Zuwendungen bekommen. Eingeladen waren auch die Partner: Denn hinter engagierten Menschen stehen oft verständnisvolle Angehörige.

Wolkenstein.

Mit Geld und Gutscheinen hat sich die Stadt Wolkenstein bei Familien und Vereinen für ihr ehrenamtliches Engagement bedankt. Die kleine Feier fand im Schloss statt, sozusagen auf heimischem Boden. Der Bürgermeister erklärte den Grund. "Wir hätten auch, wie in anderen Gemeinden üblich, in eine Gaststätte gehen können. Dann wäre der Großteil des zur Verfügung stehenden Geldes für Saalmiete und Büfett ausgegeben worden und nur ein kleines Geschenk übrig geblieben", sagte Wolfram Liebing. Er habe es anders machen wollen und deshalb auf eine große Feier verzichtet.

In der Fürstenstube gab es Geldzuwendungen für die Vereine und Gutscheine für ein Essen zu zweit für die Einzelpersonen. "Hinter jedem, der sich ehrenamtlich engagiert und dafür viel Zeit aufwendet, steht ein Partner, der viel Verständnis dafür aufbringen muss, dass die Familie oft zurücksteht", begründete der Bürgermeister, dass auch die Ehepartner eingeladen wurden und somit Familien bedacht wurden.

Engagement im Ehrenamt sei nicht selbstverständlich, es sei aber der notwendige Kitt, der die Gesellschaft zusammen hält. So werde das Leben in einer Gemeinschaft wie der Stadt Wolkenstein erst richtig lebenswert, sagte Wolfram Liebing, der auch für die Ausgezeichneten jeweils eine kurze Laudatio hielt.

Unter ihnen befand sich Ulrich Iffert. Er ist als Wanderwegewart zum einen für die Wege selbst zuständig, aber auch dafür, dass die Hinweisschilder in Ordnung sind. Wolfram Liebing hob die Bedeutung dieses Ehrenamtes hervor: "Manche Schilder haben ein sehr kurzes Leben, aus welchen Gründen auch immer." Ulrich Iffert behebt den Schaden oft in aller Stille. Wolkenstein und seine Ortsteile leben vom Tourismus, 150.000 Übernachtungen pro Jahr sind ein deutliches Zeichen.

Günter Neubert und Lars Neubert wurden bedacht, weil sie sich im Förderverein der Feuerwehr darum kümmern, dass Ausrüstungsgegenstände beschafft werden, für die die Stadt Wolkenstein kein Geld zur Verfügung hat. Lars Neubert erhielt zudem eine Auszeichnung für die Organisation der Party anlässlich 30 Jahre Mauerfall, die ein großes Ereignis gewesen sei und viele Gäste nach Wolkenstein gezogen habe, so der Verwaltungsleiter.

Der Verein Floßplatz und Freunde erhielt eine Geldzuwendung. "Seit 15 Jahren organisieren die Vereinsmitglieder jährlich das Floßplatzfest, zu dem viele Besucher kommen." Vereinsvorsitzender Andreas Kastner hatte auch gleich die Zahl parat: In diesem Jahr kamen 600 Besucher in den Ortsteil mit etwa 50 Bewohnern, der Verein selbst hat 40 Mitglieder. Das diesjährige Floßplatzfest war allerdings auch das letzte, so Kastner. "Wir schaffen die Organisation nicht mehr. Das Ende ist unserem hohen Altersdurchschnitt geschuldet."

Eine Geldzuwendung erhielt zudem die Kinder- und Jugendtanzgruppe des SV Schönbrunn The Firebirds. Wolfram Liebing: "Sie sorgt seit Jahren dafür, dass die Stadt Wolkenstein über den Ortsteil Schönbrunn in den Medien präsent ist. Die Erfolge des Vereins spiegeln die ausgezeichnete Arbeit der Trainer wider." Silke Kirsch leitet die Tanzgruppe. Sie konnte auch genaue Zahlen nennen: "Bei uns trainieren sieben Betreuer 51 Kinder und Jugendliche, die aus 17 Orten kommen."

Es war nach 2018 die zweite Auszeichnungsveranstaltung, die in Wolkenstein stattfand. "Die Stadt hat fast 2000 Euro dafür bereit gestellt. Wir können so etwas aber nur machen, wenn wir auch das Geld dafür haben", legte Wolfram Liebing dar.

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