Helikopter startet zur Rohstoffsuche aus der Luft

Die Flüge sind Teil eines Forschungsprojekts und sollen am Montag beginnen. Zudem ist in Geyer ein Erlebnistag geplant.

Geyer.

Innerhalb eines europäischen Forschungsprojekts soll ab Montag ein Helikopter das Gebiet um Geyer, Ehrenfriedersdorf, Tannenberg, Thum und Hormersdorf befliegen. Dabei geht es um die Rohstoffsuche aus der Luft, aber auch um Tests verschiedener Sonden, die dafür zum Einsatz kommen. Derzeit sind die Flüge über nicht bewohnten Flächen bis zum 26. August geplant. Zudem wird es am 17. August auf dem Sportplatz Geyer die Gelegenheit geben, die Technik zu besichtigen und mit den Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen. Dort ist ein Erlebnistag zur Rohstoff-Forschung geplant.

Bei dem Projekt mit dem Namen Infact geht es darum, mineralische Rohstoffe aus der Luft zu erkunden und somit sanfte Methoden zu entwickeln, um Eingriffe in den Boden wie Bohrungen weitestgehend zu vermeiden. Das hatte Dr. Richard Gloaguen bereits Ende Juni bei einer Einwohnerversammlung auf dem Sauberg in Ehrenfriedersdorf erklärt. Der Forscher arbeitet am Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie Freiberg und ist Koordinator des mit 5,6 Millionen Euro von der EU geförderten Projekts, an dem 17 Partner beteiligt sind. Neben der Region bei Geyer gibt es zwei weitere Untersuchungsgebiete in Finnland und Südspanien.

Bei den bevorstehenden Flügen werden die Sonden vom Hubschrauber aus an einem Seil über Grund geschleppt - in einer Höhe zwischen 40 und 100 Metern. Um mehr über den Untergrund zu erfahren, kommen zum Beispiel Magnetfeldsensoren zum Einsatz. Die Wissenschaftler knüpfen damit an ein Vorgängerprojekt an, bei dem es schon 2013 ähnliche Befliegungen gab. Gestartet wird auch diesmal vom Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf aus.

Welche mineralischen Rohstoffe besonders von Interesse sind - auch das wollen die Forscher bei der Präsentation am 17. August erklären. Das hiesige Gebiet wurde ausgewählt, weil es eine lange Geschichte als Bergbauregion hat und bekannt ist für seine Vorkommen von Zinn, Blei, Kupfer, Eisen, Silber und Indium. Letzteres ist beispielsweise ein seltenes Schwermetall, das etwa für Smartphones benötigt wird. Es sei ein sehr gefragter Rohstoff.

Zwar geht es bei dem Projekt nicht um den Bergbau selbst. Aber es hat zum Ziel, gesellschaftlich akzeptierte Methoden für die Erkundung wichtiger Rohstoffe zu entwickeln. Damit sollen auch die Bedingungen in Europa für Bergbauunternehmen und Investoren verbessert werden, wie Dr. Richard Gloaguen erklärte. Denn der Bedarf an den Ressourcen ist hoch und werde weiter steigen.

Der Erlebnistag findet am 17. August von 9 bis 12 Uhr auf dem Sportplatz in Geyer, Thumer Straße, statt. Nur bei schlechtem Wetter werden er und die Flüge verschoben.

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