Zeitplan für Umbau gerät ins Wanken

Im Herbst soll eine neue Arztpraxis in Venusberg eröffnet werden. Doch es wartet noch viel Arbeit. Und der Druck wächst.

Venusberg.

Noch hat Drebachs Bürgermeister Jens Haustein die Hoffnung nicht aufgegeben, dass im ehemaligen Gemeindeamt des Ortsteils Venusberg Anfang Oktober die neue Arztpraxis eröffnet werden kann. "Wir halten an diesem Plan fest", erklärte er im Gemeinderat. Zugleich ließ er durchblicken, dass es zu Verzögerungen kommen könnte. Ausschlaggebend dafür sind die umfangreichen Bauarbeiten und die Voraussetzungen, die der Arzt erfüllen muss. "Der Druck liegt nicht nur bei uns", so der Bürgermeister.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise brauche auch der Mediziner mehr Zeit, um in bürokratischer Hinsicht alle nötigen Vorkehrungen für seine Praxisneugründung zu treffen. Anlaufstellen der Behörden seien schwerer zu erreichen, Zuarbeiten dauern länger als üblich, notwendige Fortbildungen wurden verschoben. Die Gemeinde steht dabei in engem Austausch mit dem Arzt, der alles daran setzt, den ambitionierten Zeitplan einzuhalten. "Er schätzt die zentrale Lage, die Bushaltestelle und den Parkplatz direkt vor der Haustür", sagte Haustein. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat bestätigte er, dass bereits ein Vertrag mit dem Interessenten unterschrieben wurde. Ebenso liege auch der Gemeinde viel an der Angelegenheit. Dass ein Arzt im ländlichen Raum eine neue Praxis eröffnet, "ist für uns wie ein Sechser im Lotto", so Haustein.

Um das Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, nimmt die Kommune auch wesentlich höhere Kosten in Kauf. Laut aktuellem Plan werden rund 200.000 Euro fällig. 25.000 davon entfallen auf die Tischlerarbeiten, für die der Gemeinderat den Auftrag erteilte. Zudem wurde mit der beschlossenen Nachtragssatzung die Finanzierung des Projekts abgesegnet, das zu einem Großteil gefördert werden soll. "Für uns hat sich die Möglichkeit ergeben, Fördermittel in Höhe von 131.600 Euro aus dem Leader-Programm zu beantragen", so Haustein. Verbrieft sei noch nichts, aber die Aussichten seien gut, da eine Arztpraxis im ländlichen Raum hohe Priorität genieße.

Mit der Förderung, die den Eigenanteil der Kommune von 120.000 auf 68.400 Euro sinken lässt, könnten alle nötigen Schritte bis zum Herbst erledigt sein.

"Bautechnisch ist das machbar", sagte der Bürgermeister über die umfangreichen Leistungen, die nach mehrfachen Abstimmungen zwischen Arzt, Bauaufsicht, Gemeinde und Planungsbüros noch einmal erweitert werden mussten. Unter anderem zeigte sich, dass eine statisch notwendige Wand, ein zweiter Rettungsweg sowie eine behindertengerechte Rampe am Haupteingang neu gebaut werden müssen. Auch die im Keller befindliche Steuerungsanlage für die Abwasser-Pumpstation der Abwasseranlage muss versetzt werden. Durch die Möglichkeit der kostengünstigen Unterbringung der Steuerung in einem Schrank vor dem Gebäude könne der geplante zweite separate Kellerzugang entfallen.

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