Zeitungsmacher auf Zeit nehmen Elektromobilität unter die Lupe

Der Energieversorger Envia M stattete gestern den Zschopauer Bebel-Oberschülern einen Besuch ab. Mit ordentlich PS unter der Haube.

ZSCHOPAU.

Seit drei Wochen steht das medienpädagogische Projekt "Zimu - Zeitung im Unterricht" auf dem Stundeplan der Neuntklässler der Zschopauer August-Bebel-Oberschule. Was gehört zu einer aktuellen Berichterstattung, wie entstehen Pressemeldungen oder umfangreiche Artikel, und welche Verantwortung haben Journalisten bei der öffentlichen Meinungsbildung - das waren bislang die Inhalte der Projektstunden. Dabei nahmen die Redakteure auf Zeit die internationalen Ereignisse ebenso wie regionale Zeitgeschichte ins Visier.

Gestern tasteten sich die 14- und 15-Jährigen auf einem weiteren Betätigungsfeld der Zeitungsmacher vor. Im Mittelpunkt der Unterrichtsstunde standen wirtschaftliche und ökologische Aspekte der Elektromobilität, wie sie im Wirtschaftsteil der Zeitung zu lesen sind. Dazu hatten sich die Jugendlichen Besuch aus Chemnitz eingeladen. Julia Schübbe ist Einsatzkoordinatorin für Elektrofahrzeuge bei Envia M. Der Energieversorger ist Hauptprojektpartner des Zimu-Projektes. Das Unternehmen verfügt über einen Bestand von rund 1400 Autos, Transportern und Zweirädern. Ein großer Teil davon wird mit Strom betrieben. Zunehmend dienen sie auch als Leihfahrzeuge und tragen so die Vorteile elektrischer Mobilität nach außen.

Elektromobilität sei noch lange keine Selbstverständlichkeit in Deutschland, so Schübbe. "Geht es nach der Bundesregierung, dann sollen 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen rollen", erklärte die 24-Jährige. Doch von dem ehrgeizigen Ziel sei man mit derzeit rund 35.000 Zulassungen noch weit entfernt. Dabei spreche vieles für das Elektrofahrzeug. Umweltfreundlich und leise sei die Technik, wartungsarm der Motor, und moderne Range-Extender-Technik garantiere auch Mobilität, wenn die Batteriespannung den Heimweg zum Problem werden lässt.

Argumente, die Léon Uhlig überzeugten. Doch ein Auto ganz ohne "Sound" mag sich der Dittersdorfer Schüler nicht vorstellen. Und dann sei da ja auch noch der Preis. "Elektroautos sind sündhaft teuer." Doch das Argument ließ Julia Schübbe so nicht stehen. "Wie bei anderen Fahrzeugtypen auch richtet sich der Preis nach Größe und Ausstattung des Autos", erklärte sie und verwies auf elektrisch betriebene Kleinwagen, die heute schon für 16.000 Euro zu haben sind.

Florian Heydrich ging einen Schritt weiter. "Wenn wir Auto fahren dürfen, sind die Elektrofahrzeuge bestimmt noch preiswerter", zeigte der Zschopauer auf sein Handy, das vor Jahren noch unerschwinglich teuer für ihn war. "Je mehr gekauft wird, desto weniger kostet das Produkt." Dann sei sicher auch die Reichweite der Elektrofahrzeuge vergrößert und eine Stromladung hoffentlich noch immer billiger als eine Tankfüllung Sprit. Eine Alternative sei heute moderne Plug-in-Hybrid-Technik. "Hier handelt es sich um Fahrzeuge mit gekoppeltem Hybrid- und Elektroantrieb", erklärte die Besucherin auf dem Zschopauer Schulhof den Antrieb ihres BMW i 3. Mit 170 Pferdestärken hat der Flitzer eine Batteriereichweite von 150 Kilometern. "Schaltet die Verbrennungstechnik ein, verdoppelt sich der Radius bei gleichzeitiger Batterieaufladung." Wer sich jedoch einen Blick in die Technik das Oberklassewagens erhofft hatte, wurde enttäuscht. Der Elektronantrieb wird ohne Getriebe direkt auf die Räder übertragen und versteckt sich im unteren Teil des Fahrzeugs.

www.freiepresse.de/zimu

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