Zschopauer Tierschützerin päppelt winzige Kohlmeisen auf

Christine Grzelka ist derzeit umgeben von acht hungrigen Minivögeln. Die kamen aus Chemnitz zu ihr.

Zschopau.

Christine Grzelka darf sich für die kommenden etwa drei Wochen nichts vornehmen, denn sie wird zu Hause dringend gebraucht. Die Zschopauerin kümmert sich derzeit um acht junge Kohlmeisen. Die haben ständig Hunger, alle zwei Stunden muss gefüttert werden. Und acht Minimeisen können mit ihren dünnen Stimmchen recht energisch piepsen. Dann nimmt Christine Grzelka mit einer Pinzette ein Würmchen, taucht es in einen kleinen Wassernapf, nähert sich dem weit aufgerissenen gelben Schnabel, und schon ist der Wurm darin verschwunden.

"Dass ich mich mal um solche winzigen Vögel kümmern werde, hätte ich mir nicht träumen lassen", erzählt die Vorsitzende des Zschopauer Tierschutzvereins, während sie die nächsten Schreihälse füttert. "Aber was soll ich machen, wenn ich so einen Hilferuf erhalte?" Der Anruf kam von Andreas Kretzschmar aus Chemnitz, einem passionierten Vogelzüchter. Und der erzählte eine fast unglaubliche Geschichte. "Mich hatte die Chemnitzer Berufsfeuerwehr angerufen. Sie hätten ein Vogelnest mit mehreren Jungvögeln und ob ich mich darum kümmern könnte", erzählt der Chemnitzer. Da war guter Rat teuer: Der städtische Tierpark lehnte kategorisch ab, dort dürfen keine Wildtiere mehr aufgenommen werden. Anruf beim Botanischen Garten: ganz falsche Hausnummer.


Andreas Kretzschmar selbst konnte die Jungvögel nicht aufnehmen, doch vor dessen Tür stand nun ein Feuerwehrmann. "Der erzählte, dass ein Junge das Nest in einer Hecke mit einem Stock attackiert und es aus der Hecke herausgeschlagen habe." Der Feuerwehrmann hatte die acht winzigen Vögel in einem Behältnis aus Pappe bei sich. "Da habe ich mich an Christine Grzelka erinnert und sie angerufen", berichtet Andreas Kretzschmar, der einen guten Draht zum Zschopauer Tierschutzverein hat.

"Und dann stand er vor meiner Tür mit neun winzigen Meisen, einer kleinen Schachtel mit Würmern, etwas Mineralerde, in die ich diese bei der Fütterung ab und zu tunken solle", fährt Christine Grzelka fort. Eine Meise hat die erste Nacht in Zschopau nicht überlebt, bei einer weiteren stehen die Chancen nicht ganz so gut, die anderen aber fressen mit großem Appetit. "Ich werde nicht alle durchbringen, Andreas Kretzschmar meinte aber, dass vier schon eine gute Zahl wären", sagt die Zschopauerin.

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