Zuckertüten lassen alle Sorgen vergessen

Von den Diskussionen im Vorfeld über die Corona-Beschränkungen war beim Schulanfang in Gelenau nichts mehr zu spüren. Stattdessen dominierten Vorfreude und Stolz die Atmosphäre im Volkshaus.

Gelenau.

Für Katrin Lieberwirth ist der diesjährige Schulanfang eine Premiere gewesen. Aber nicht in erster Linie deshalb, weil sie dabei sonst noch nie auf Corona-Regeln hatte achten müssen. Zum ersten Mal, seit sie die Leitung der Gelenauer Pestalozzi-Grundschule übernommen hat, wurde im Volkshaus gefeiert.

Der sanierte Festsaal bietet deutlich bessere Bedingungen als die zuletzt genutzte Turnhalle, in der die beiden ersten Klassen stets getrennt voneinander ihre Zuckertüten erhalten hatten. Diesmal ging alles in einem Schwung über die Bühne. Abgesehen vom Mund-Nasen-Schutz der Gelenauer Extravaganten, die mit ihren Akkordeon-Tönen das kulturelle Programm bereicherten, schien die Pandemie kaum Auswirkungen zu haben.

Ebenso wie die Kinder verzichteten auch Lehrer, Eltern und andere Familienangehörige auf Masken. "Das war keine Vorgabe. Stattdessen war der Mindestabstand unsere Grundlage", erläutert Katrin Lieberwirth das Hygiene-Konzept, das beim genaueren Hinsehen dann doch etwas ins Auge stach. Wo sonst 500 Leute Platz finden, saßen diesmal nicht einmal 200 Besucher. Zwischen den Familien blieben somit immer mindestens 1,50 Meter Platz. "Das hat funktioniert. Alle waren vorsichtig und vernünftig", lobt die Schulleiterin die Disziplin.

Ursprünglich war ein noch kleineres Publikum vorgesehen. Zur Freude von Geschwisterkindern und einigen Fällen auch Großeltern durften die Eltern dann aber doch bis zu zwei weitere Begleitpersonen mitbringen. Und die genossen ein rund einstündiges Programm, das ähnlich der vergangenen Jahre ablief. Weil die Viertklässler bei ihren Liedern, Gedichten und Tänzen die Zuschauer wie gewohnt zum Schmunzeln brachten, fiel kaum auf, dass ihre Bühnenzeit sonst etwas länger ausgefallen war. Coronabedingt hatte Lehrerin Angela Hofmann diesmal weniger Tage gehabt, etwas einzustudieren. "Die Zeit hat uns im Nacken gesessen, zumal die Schüler am Ende des vergangenen Schuljahres viel Stoff nachholen mussten", sagt Katrin Lieberwirth.

Dank der kurzfristig eingesprungenen Extravaganten wurde die Feier in musikalischer Hinsicht sogar noch vielseitiger. Aber der Höhepunkt folgte natürlich am Ende. "Das Funkeln in den Augen der Kinder zu sehen, wenn sie die Zuckertüten erhalten, war der schönste Moment", sagt die Schulleiterin, die die 38 Erstklässler diesen Montag endgültig im Schulalltag willkommen heißt - auch dann ohne Masken.


Eltern zeigen sich zufrieden

Roy Haase: Das Schöne ist, dass der Schulanfang in Gelenau überhaupt gefeiert wird. Es gibt auch Gemeinden, in denen in dieser Hinsicht gar nichts passiert. Mit drei beziehungsweise vier Plätzen für jede Familie ist allen geholfen. So wie umgesetzt ist es eine gute Maßnahme, zumal ein kleiner Kreis für diesen Teil der Feier vollkommen ausreichend ist. Lieber so als doppelt so viele Teilnehmer, die dann alle einen Mundschutz tragen müssen. Danach folgt ja sowieso noch eine Party mit dem Rest der Familie.

Nicole Busch: Nicht nur die Eltern zuzulassen, war eine gute Entscheidung der Gemeinde. Da es nur ein oder zwei Plätze sind, könnte es in einigen Familien vielleicht auch Diskussionen darüber gegeben haben, wer mitkommen darf. Bei uns war das zum Glück nicht nötig. Es war klar, dass eine Oma mitkommt. Wir sehen die Corona-Situation generell ziemlich entspannt. Die Kinder haben ohnehin Kontakt, und bei vielen Eltern ist das nach unserer Erfahrung kaum anders.

Norman Barth: Schön, dass wir hier alle zusammen diesen schönen Moment feiern durften - auch die Geschwister der Schulanfänger. Dass die Großeltern nicht dabei waren, ist für uns kein Problem. Sie hätten sowieso nicht gewollt, denn wegen Corona ist das nun mal alles sehr schwierig zurzeit. Aber nach der Zeremonie mit der Schule und den neuen Klassen folgt ja noch die Feier, bei der dann alle aus der Familie dabei sind.

Robby Schmidt: Für die Geschwister der Schulanfänger war es eine tolle Sache, mit dabei zu sein. Schön, dass die Gemeinde so reagiert hat. Sicherlich hätten auch viele Großeltern diese Feier gern miterlebt, aber mehr gibt der Platz im Volkshaus nicht her, wenn man die Abstandsregeln einhalten will. Trotzdem waren die Stühle so aufgestellt, dass der Saal voll gewirkt hat. Da macht die anschließende große Feier gleich noch mehr Spaß, obwohl wir da auch wegen Corona etwas aufpassen wollen. (anr)

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