Für Tourismus macht Eichigt Ausnahme

Jahrelang hat die Gemeinde Verbänden den Rücken gekehrt. Der Bürgermeister sagt, wieso Eichigt nun einem Verband beitritt.

Eichigt.

Eichigt tritt aus - das war in den vergangenen Jahren mehrfach der Fall. Was manchen Verband ärgerte und im Fall des Abwasserzweckverbandes dann doch nicht zur endgültigen Scheidung führte. Nun gibt es aus der Gemeinde neue Töne: Eichigt tritt ein und ist neues Mitglied im Tourismusverband Vogtland. Warum, sagt Bürgermeister Christoph Stölzel (parteilos).

"Wir haben unsere ,Schätze' dem Verband vorgestellt, sie sollen von dort aus professionell vermarktet werden. Wir können das nicht!", begründet Stölzel und kommt gleich ins Schwärmen. "Eichigt ist reich an Geschichte und Kultur. Bistümer-Ecke, Kirche aus Bamberger Zeit mit Putzritzzeichnungen und Kassettendecke, Körner-Linde und vor allem die entstehende Scheune Dreiländereck, die zwischen Mödlareuth und Asch ein zentraler Dreh- und Angelpunkt am Grünen Band werden soll", zählt Stölzel auf. Zudem sei der Beitrag im Tourismusverband niedrig. Von den Nachbarkommunen haben sich Bösenbrunn und die Ratsmehrheit in Mühlental gegen einen Eintritt in den Verband entschieden, Triebel ist Mitglied.

In den Kommunalen Arbeitgeberverband will Stölzel nicht zurückkehren. "Da kommen wir ohne Mitgliedschaft sehr gut klar", sagt er. Gleiches gelte für die Euregio Egrensis. "Eine Mitgliedschaft ist aus meiner Sicht von rein ideeller Natur und nicht zwingend erforderlich", meint der Süßebacher. Zudem arbeite die Gemeinde im Kreis der Freunde im Herzen Europas seit Jahren eng mit den tschechischen Nachbarn zusammen, was gemeinsame Stadtfeste mit Asch und Roßbach, die Tour der Steine und geplant das Ritterfest mit Neuberg belegen würden.

Dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG) hatte Eichigt 2012 wegen finanzieller Engpässe und Sparzwänge als erste Gemeinde im Vogtland den Rücken gekehrt, sich aber eine Hintertür offen gelassen: Rückkehr, wenn die Geldnot vorbei. Nun sei der richtige Zeitpunkt, so Stölzel. "Gerade in der Coronakrise sind die Gemeinden vom SSG täglich auf dem Laufenden gehalten worden. Es gab im Rat entsprechende Anregungen, so dass ich denke, dass einer Mitgliedschaft nichts im Wege steht", so der Bürgermeister.

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