Familie in Not: Leser spenden 86.000 Euro

Die Wohnsituation von Silke, Helge und Julian Krauß in Crottendorf wird sich durch die enorme Hilfsbereitschaft wohl deutlich verbessern. Ein neues Bad ist für den schwerstbehinderten Jungen am wichtigsten.

Crottendorf.

Es ist eine Zahl, die Silke Krauß zunächst sprachlos macht. Leser der "Freien Presse" haben seit Anfang Dezember fast 86.000 Euro für ihre Familie in Crottendorf gespendet. Diese befindet sich in einer Ausnahmesituation, die Silke und Helge Krauß mit ihrem schwerstbehinderten Sohn Julian nicht allein bewältigen können. Doch dank der immensen Hilfsbereitschaft bei "Leser helfen", einer Spendenaktion der "Freien Presse", werden sich die Lebensumstände der Drei sicher deutlich verbessern. "Wir sind überwältigt von dieser großen Spendenbereitschaft und möchten uns bei allen bedanken", sagt Silke Krauß.

Mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt sie in einem baufälligen Haus in Crottendorf. Eigentlich wollten sie mit viel Eigenleistung eine Wohnung im Erdgeschoss behindertengerecht umbauen. Doch das ist nicht mehr möglich, seitdem Vater Helge im vergangenen Jahr die Diagnose Darmkrebs erhielt und operiert wurde. Die Chemotherapie dauert an, seiner Arbeit im Crottendorfer Werk der Hoppe-Gruppe kann er noch nicht wieder nachgehen. Durch die Krankheit muss zudem der Bau im heimischen Erdgeschoss ruhen. Doch eine Verbesserung der Wohnsituation würde den Alltag der Familie deutlich erleichtern.

Ihr größter Wunsch ist ein behindertengerechtes Bad. Julian kann momentan nur mithilfe einer Schüssel gewaschen werden. Nur als er noch klein war, konnten ihn die Eltern ins alte Bad im Untergeschoss tragen und in die Wanne legen. Doch das ist nicht mehr möglich. Der heute zwölfjährige Junge kam im Juli 2007 viel zu früh auf die Welt, wog damals nur 660 Gramm und war 30 Zentimeter groß. Die Folgen sind geblieben. Julian sitzt im Rollstuhl, kann nicht sprechen, versucht aber, sich durch Laute zu äußern. In den meisten Dingen des Alltags braucht der Junge Hilfe, muss auch gewickelt werden. Wochentags besucht er die Christian-Felix-Weiße-Schule in Kleinrückerswalde - eine spezielle Einrichtung. Das ermöglicht seiner Mutter, in Teilzeit berufstätig zu sein.

Als Lebensmittelpunkt für die Familie dient vor allem das kleine Wohnzimmer im Obergeschoss, das zugleich das Schlafzimmer von Julian und Silke Krauß ist. Eine Situation, die sich ändern soll. Zudem gibt es ein weiteres Problem: das alte Dach, das dringend erneuert werden muss. Dank "Leser helfen" war bereits die ortsansässige Dachdeckerei Volte auf die Familie zugekommen und hatte das Dach zumindest winterfest gemacht. Der Belag stammt aber aus den 1970er-Jahren und muss ausgetauscht werden.

"Ich denke, dank der großen Spendenbereitschaft sind beide Projekte wirklich zu schaffen", sagt Silke Krauß. Dass ein Wohnungsausbau inklusive behindertengerechtem Bad und eine Dach-Sanierung möglich sind, daran war lange überhaupt nicht zu denken. Die Familie ist aber nicht nur von der immensen Spendenbereitschaft überwältigt, sondern freut sich auch über so manche persönliche Geste. "Ein großes Dankeschön geht auch an den Weihnachtsmann, der vor unserer Tür stand und ein Geschenk für Julian gebracht hat", sagt die Crottendorferin.

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