Fußwegebau erneut verschoben: Kauschwitz reißt Geduldsfaden

Die Einwohner des Plauener Ortsteils wollen sich wehren gegen die wiederholten Verschiebungen wichtiger Bauvorhaben im Ort - mit neuen Mitteln.

Kauschwitz.

Die Strecke von der Kauschwitzer Dorfmitte zum nahen Einkaufszentrum Plauen-Park kann für Fußgänger zu einem weniger vergnüglichen Abenteuer werden. Das ist lange bekannt. Aber es ändert sich nichts. Denn nach wie vor fehlt ein durchgängiger Fußweg. Sowohl von der Kreuzung Syrauer-/ Zwoschwitzer Straße bis zur Brücke über die Syra als auch vom Friedhof bis zum Plauen-Park bleibt einem nur der gefährliche Gang am Rande der stark befahrenen Kreisstraße. Zwei Bauprojekte könnten daran etwas ändern. Aber wann diese Projekte umgesetzt werden, das ist weiterhin offen.

"Eigentlich sollte das 2020 gemacht werden", erinnerte Ortsvorsteher Ingo Eckardt in der Juni-Sitzung des Ortschaftsrates an den Abschnitt Richtung Einkaufszentrum. Wegen eines Fördermittelstopps durch den Freistaat sei dieses Vorhaben jedoch verschoben worden. Zudem gebe es Probleme beim Ankauf der nötigen Streifen neben der Straße von den jeweiligen Anliegern. Es bestünden unterschiedliche Preisvorstellungen. Da man zuerst eine Planung für dieses Projekt in Auftrag gegeben habe und dann erst mit dem Grundstückskauf beginne, bekomme man jetzt Schwierigkeiten, schilderte der Kauschwitzer seine Sicht der Dinge.

Von der Dorfmitte am Rittergut aus muss man aber erstmal sicher bis zum Friedhof gelangen. Das ist nicht so einfach. Zwar konnten die Kauschwitzer den Fußwegbau von der Neuen Straße bis zum Friedhof vor sechs Jahren nach längeren Bemühungen durchsetzen. Doch zwischen der Brücke über die Syra und der Syrauer Straße fehlt nach wie vor ein Gehweg. "Das sollte doch schon in den 1930er-Jahren gemacht werden", spottete ein Kauschwitzer in der jüngsten Ratssitzung, weil dieser Bau immer und immer wieder nach hinten verschoben wird. Es gab dazu auch wiederum eine Bürgeranfrage und Diskussionen um das Thema gegen Ende der Versammlung. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit macht klar, warum die Einwohner frustriert sind: Die Kreuzung in der Ortsmitte stand für 2008 schon im Kalender. Vor zwei Jahren kündigte der Fachgebietsleiter Tiefbau der Stadtverwaltung, Steffen Ullmann, das Projekt für 2019 an. Vorgesehen waren der Straßenbau und auch das Anlegen eines 2,50 Meter breiten Rad- und Fußweges an der Engstelle der Zwoschwitzer Straße. Wegen der Straßensanierung an der Plamag blieben die Pläne aber wieder in der Schublade. Denn beide Straßen zugleich wegen Baumaßnahmen dicht machen, wollte man nicht. Danach sollte es aber losgehen, was wegen fehlender Fördermittel nun wiederum nicht gelang. "Wir sollten insistieren", appellierte Ortschaftsrätin Susen Herda an die Räte und an Bürger, dem Fußwegebau Nachdruck zu verleihen. Vielleicht müsse man den Verantwortlichen die Situation an der Engstelle mit einem Video deutlich machen, das Kindergruppen zeigt, die sich am Straßenrand entlang bewegen. Eine Dokumentation mit statistischem Material könne den Film ergänzen. In diese Dokumentation könnten auch die mit einer Geschwindigkeitstafel ermittelten Tempoübertretungen einfließen. Die Ortsdurchfahrt wird von dem Center aus in Richtung Zwoschwitz, Neundorf und Westend gerne genutzt.

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