Göltzschtalbrücke: "Sprunghuckel" sollen Raser bremsen

Autofahrer müssen nahe der Brücke in Netzschkau künftig vom Gas gehen. Auch Anwohner legen dafür Geld auf den Tisch.

Netzschkau.

Die Bauarbeiten an der Brückenstraße in Netzschkau kommen - da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber wie der Verkehr während und nach der Bauzeit fließen soll, da gibt es noch Gestaltungsspielraum. Deshalb trafen sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses jetzt mit Anwohnern auf dem Parkplatz an der Göltzschtalbrücke. Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) wollte die Bürger beteiligen.

Ursprünglich sollte der Bau der Stützmauer und die Erneuerung des Straßenbelags vom kommenden August bis April 2021 dauern. Jetzt wird durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine Verkürzung der Bauzeit auf November angestrebt. Dabei soll es ab Ende August bis zum 2. November zur Vollsperrung vom Abzweig an der Mylauer Straße bis zur Einfahrt Mühlstraße kommen. Dort muss die Stützmauer gebaut werden.

Zwischen dem 2. und dem 22. November erhält die Straße bis nach der Brücke einen neuen Belag. Dann wird auch die Zufahrt zu den Parkplätzen an der Göltzschtalbrücke unmöglich. Bleibt die Frage, wie der innerstädtische Verkehr auf der Mühlstraße und an der Brückenstraße umgeleitet wird. Die Mühlstraße wurde nach jahrelanger Diskussion erst im vorigen Jahr zur Einbahnstraße bergabwärts in Richtung Göltzschtalbrücke umfunktioniert. Anlieger müssten im Falle der Sperrung bis kurz vor den Waldfrieden fahren und dann in die Straße Richtung Netzschkau/Elsterberg einbiegen, um ins Stadtzentrum und von dort nach Reichenbach zu gelangen.

Im Gespräch des Bürgermeisters mit den Anwohnern wurde der Wunsch nach der Öffnung der Straße in beide Richtungen für die gesamte Bauzeit schnell deutlich. Für den Zeitraum des Baus der Straßendecke wäre diese Variante ohnehin notwendig geworden. Sebastian Ketzel schlug vor: "Die Straße sollte für die ganze Zeit im Gegenverkehr befahrbar sein." Er bekam dafür die Zustimmung der Anwesenden.

Die Anwohner der Mühlstraße machten jedoch auch deutlich, dass die Einbahnstraßenlösung für sie eine Verkehrsberuhigung gebracht hat. Nach dem Bau wird deshalb zur Einbahnstraße zurückgekehrt.

Ulrich Haftmann kritisierte, dass sich viele Fahrer nicht an die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde halten. Er hatte der Verwaltung bereits vor einigen Wochen vorgeschlagen, so genannte Sprunghuckel einzubauen, damit nur noch geringe Geschwindigkeiten möglich sind.

Die Verwaltung hat den Vorschlag geprüft und Angebote eingeholt. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass für zwei dieser Verkehrshindernisse etwa 1500 Euro notwendig sind. Aufgrund von Coronakrise und ausfallender Steuereinnahmen sitze das Geld im Stadtsäckel gerade nicht so locker. Ulrich Haftmann und sein Sohn Jörg, der für den Gewerbeverein im Stadtrat sitzt, erklärten, dass sie die Kosten übernehmen. Allerdings sollten statt zwei Barrieren drei eingebaut werden. Gern könnten sich an der Finanzierung weitere Anwohner beteiligen. "Mein Enkel und eine sichere Ausfahrt sind mir wichtig", sagte Ulrich Haftmann. Mit den Mitgliedern des Technischen Ausschusses, Mitarbeitern der Stadtverwaltung, dem Bürgerpolizisten Rico Ehlert und Anwohnern wurden bei einer Begehung die Standorte für die "Sprunghuckel" ausgewählt. "Wenn das Geld in der Stadtkasse eingegangen ist, wird die Bestellung ausgelöst", versprach der Bürgermeister.

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