Gebühren für Sportstätten entfallen zeitweise

Wolkensteiner Stadtrat befreit Nutzer für drei Monate

Wolkenstein.

Da die Sportstätten von Wolkenstein und seinen Ortsteilen aufgrund der Corona-Beschränkungen wochenlang nicht genutzt werden konnten, müssen die Vereine dafür auch keine Gebühren zahlen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat am Montag gefasst. Das betrifft den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni. "Wir haben uns durchgerungen, es so zu machen, um allen entgegenzukommen", sagte Bürgermeister Wolfram Liebing kurz vor der Abstimmung. Eine Diskussion blieb aus, denn alle Stadträte waren offenbar der Meinung, dass dies in schwierigen Zeiten eine faire Lösung sei.

Für die Stadt hat dieser Schritt in finanzieller Hinsicht negative Konsequenzen, denn Einnahmen in Höhe von knapp 2000 Euro bleiben somit aus beziehungsweise müssen zurückgezahlt werden. Anspruch darauf bestand allerdings nicht, da durch die Schließung der Turnhallen in Wolkenstein und Gehringswalde, des Sportraums in Hilmersdorf sowie des Sportzentrums Falkenbach eine sogenannte Vertragsstörung vorliegt. "Der Stadt ist es unmöglich, den Vereinen die angebotenen Leistungen zu gewährleisten. Damit sind beide Vertragspartner von ihrer Leistungspflicht befreit", heißt es in der Begründung.

Ein Entgegenkommen hielt Liebing auch deshalb für angebracht, weil es für die Vereine trotz staatlicher Corona-Maßnahmen schwierig sei, zusätzliche finanzielle Unterstützung zu erhalten. Einige hätten versucht, Hilfe zu beantragen. Doch dafür hätten sie "einen auf den Deckel bekommen", weil noch Geld in der Vereinskasse war. Nur wer pleite sei, habe Zugriff auf derartige Förderung. Dementsprechend erleichtert war Liebing, als er verkünden konnte, dass die Nutzung der Hallen und sogar "ein bisschen Duschen" unter der Einhaltung strenger Regeln wieder möglich ist.

Den einstimmigen Beschluss wertete der Bürgermeister als positives Zeichen an die Vereine. Dies passte auch zur kurzen Rede, die er am Ende des Abends hielt. Anlass dafür war die Tatsache, dass dies die letzte Sitzung der laufenden Wahlperiode war. Vor der für den 21. Juni angesetzten Bürgermeisterwahl nutzte Liebing die Gelegenheit, um ein kurzes Fazit zu ziehen. Trotz zeitweiser Spannungen im Stadtrat und der Corona-Krise fiel dieses positiv aus. "Wir haben in dieser Zeit unheimlich viel angeschoben", sagte er: "Dass Menschen etwas bewegen können, hat Wolkenstein gezeigt." Als positiv hob Liebing ebenso den regen Austausch mit den anderen 58 Bürgermeistern im Landkreis sowie seinen guten Draht zum Ministerpräsidenten hervor. (anr)

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