Gemeinde bei Grundstücken gut im Geschäft

Immobilien stehen in Striegistal nicht nur hoch im Kurs. Häuser und Baugrundstücke waren auch bestimmendes Thema der ersten Sitzung des Gemeinderates seit Beginn der Coronaseuche.

Striegistal.

Beim Aquirieren und Verkaufen von Baugrundstücken sei seine Gemeinde "ganz gut im Geschäft". So hat Bürgermeister Bernd Wagner (parteilos) den Gemeinderäten die aktuelle Entwicklung in Striegistal beschrieben. Dank deren Zustimmung kann die verkehrsgünstig nahe der Autobahn A 4 gelegene Gemeinde nun erneut vier Baugrundstücke veräußern. Günstige Preise für das Bauland und eine intakte Infrastruktur im ländlichen Raum nannte Wagner als weitere Argumente, die für einen Zuzug nach Striegistal sprechen.

Der Käufer, der demnächst im Ortsteil Berbersdorf bauen wird, muss nur innerhalb der Gemeinde umziehen. Der Striegistaler erwirbt 542 Quadratmeter im Bereich am Sonnenhang. Für das voll erschlossene Bauland zahlt er 16.000 Euro.

In dasselbe Wohngebiet ziehen auch Käufer aus Dresden. Das Paar erwirbt 746 Quadratmeter Bauland in der Marbacher Straße. Dafür beträgt der Kaufpreis 23.000 Euro. "Sie ziehen mit ihren Zwillingen zu uns", erzählte der Bürgermeister. "Was wollen wir mehr?", freute er sich über den Zuzug junger Leute.

Ein Rückkehrer ist bald in der Waldstraße in Böhrigen ansässig. In Nachbarschaft einer Industriebrache will der Käufer aus Calw in Baden-Württemberg ein Einfamilienhaus errichten. Das 904 Quadratmeter große Grundstück dafür schlägt mit 17 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

1153 Quadratmeter misst eine Baufläche im Ortsteil Mobendorf, für die 29.000 Euro in die Gemeindekasse fließen. Eine Käuferin aus Lichtenau bei Chemnitz will sich im Gebiet des ehemaligen Erbgerichts häuslich einrichten.

Alle Käufer sind vertraglich dazu verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren zu bauen, versicherte Wagner. So beugt die Gemeinde Spekulation mit den Flächen vor.

Dem weiteren Verfall von Immobilien hat die Verwaltung mit Hilfe ihrer neuen Brachenkonzeption den Kampf angesagt. 70 Immobilien, kommunale, genossenschaftliche und private, sind in dem Papier aufgelistet. "Ohne eine solche Konzeption fließen keine Abrissfördermittel", begründete der Bürgermeister den damit verbundenen Aufwand. Ziel sei es, wenigstens eine Brache pro Jahr aus dem Bestand zu streichen. Frohe Kunde: Obwohl die Konzeption erst ein halbes Jahr alt ist, konnten bereits fünf Problemfälle abgehakt werden.

So hat eine junge Familie aus Nossen eine Hofanlage in der Berbersdorfer Talstraße erworben und diese bereits entkernt. "Ein neues Gebäude wird einen Schandfleck ersetzten", so Wagner weiter.

Ein aussichtsloser Fall war lange Zeit eine Hofanlage in Marbach. Deren ältere Besitzerin war verstorben. Ihre Verwandten leben weit entfernt. Kriminelle brachen das Gebäude auf und verwüsteten es. Jetzt aber haben es Käufer aus dem Raum Mittweida/Rochlitz erworben. Sie wollen das Baudenkmal erhalten und für Wohnzwecke nutzen.

In ein Objekt in der Langen Straße in Mobendorf ziehen zwei Familien aus dem Raum Dresden ein. Im selben Ortsteil baut eine junge Familie ein Eigenheim und will noch in diesem Jahr einziehen. Käufer aus dem Bereich Pirna/Freital wollen eine marode Immobilie in Naundorf ausbauen und vermieten. "Wir gehen davon aus, dass die neuen Besitzer mit dem Objekt erfolgreich sind und es so aus der Konzeption kommt", so Wagner. Über zehn weitere Objekte führt er derzeit erfolgversprechende Verhandlungen.

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