Geniale Erfindungen aus dieser Zeit

Die Landesausstellung zu 500 Jahren Industriegeschichte zeigt auch Kuriositäten

Die Saxonia: So heißt die erste funktionstüchtige deutsche Dampflokomotive. Der Dresdner Professor und Ingenieur Johann Andreas Schubert (1808-1870) entwickelt sie 1838 in der Maschinenbauanstalt Übigau. Als Vorbild dient ihm die Lokomotive Comet der englischen Firma Rothwell & Co. Mit seiner Erfindung bricht er das bestehende englische Monopol im Lokomotivbau. Im Einsatz ist die Saxonia jedoch nur wenige Jahre: Aufgrund ihres hohen Brennstoffverbrauchs dient sie ab Mitte der 1840er-Jahre nur noch als Reservelokomotive.

Das Hochrad: Dieses Vehikel ist seit den 1870er-Jahren ein beliebtes Sport- und Freizeitgerät - wegen des hohen Preises vor allem für Männer aus der Mittel- und Oberschicht. Sie unternehmen gemeinsame Ausfahrten, schließen sich zu Fahrrad-Clubs zusammen und veranstalten Wettbewerbe. Das Fahren benötigt jedoch einige Übung: Aufgrund der Sitzhöhe ist das Auf- und Absteigen schwierig, Stürze führen häufig zu schweren Verletzungen. Ab den 1890er-Jahren wird das Hochrad deshalb zunehmend durch das Niedrigrad abgelöst.

Der Buchautomat: Viel Literatur für wenig Geld: Anton Philipp Reclam (1807-1896) verlegt in seiner Universalbibliothek Klassiker der internationalen Literatur, für die er keine Nutzungsrechte mehr bezahlen muss. Deshalb kann er die kleinen Heftchen zu einem äußerst günstigen Preis anbieten. 1912 führt der Verlag eine neue Vertriebsform ein: Er beauftragt den Designer Peter Behrens (1868-1940), einen Bücherautomaten zu entwerfen. Der Erfolg ist riesig, zwei Jahre später sind bereits 1600 Automaten in Bahnhöfen oder Krankenhäusern in Betrieb.

Das Bandoneon: Dieses Instrument ist untrennbar mit dem argentinischen Tango verbunden. Die Wurzeln des Instruments liegen jedoch im Erzgebirge. Carl Friedrich Uhlig aus Chemnitz baut 1834 ein "Accordion neuer Art", das der Musikalien-Händler Heinrich Band in Krefeld weiterentwickelt. Von ihm erhält das Instrument seinen Namen: Bandoneon. Herstellen lässt Band die Instrumente im Erzgebirge, vor allem in der Fabrik von Ernst Louis Arnold in Carlsfeld. Mit Auswanderern gelangt das Bandoneon um die Jahrhundertwende nach Argentinien.

Unser Spezial zur Landesausstellung

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