"Gesicht zeigen" in Bild und Text

Das Bündnis "Freiberg für alle" wirbt zum ersten Geburtstag mit einem eigenen Magazin für eine offene Gesellschaft.

Freiberg.

Mit einem verschmitzten Lächeln bezeichnet Michael Stahl, Pfarrer der Gemeinde Petri-Johannis, das Bündnis "Freiberg für alle" als Gesinnungsgemeinschaft. Vor einem Jahr wurde diese ins Leben gerufen, und zwar in der "Stadtwirtschaft" an der Burgstraße. Ebendort beging diese Gemeinschaft nun den ersten Geburtstag, zusammen mit Unterstützern und der Präsentation eines eigenen Magazins, das unter dem Titel "#gesichtzeigen" in einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienen ist und kostenlos zur Mitnahme an verschiedenen Stellen in der Stadt ausliegt.

Die Idee dazu entstand im März, wie Stefan Benkert von "Freiberg für alle" erklärt. Als Grundlage diente die Aktion "Gesicht zeigen", mit der das Bündnis im Internet für Toleranz, eine offene Gesellschaft, Demokratie und Miteinander auftritt. Dabei lassen sich Unterstützer und Sympathisanten ablichten und geben ein entsprechendes Statement ab. "Rund 120 solcher Gesichter sind schon zusammengekommen", sagt Benkert, dessen Sohn Jonas für die Fotos verantwortlich zeichnet. 28 von ihnen finden im ersten Heft Platz. "Im Internet erreichen wir eben nur einen Teil der Gesellschaft", erklärt Benkert. "Und allein dafür war es zu schade." Deshalb entschloss sich "Freiberg für alle" zu einer Printausgabe. Deren gut 100 Seiten wurden angereichert durch Geschichten aus der Region, etwa dem "Kinopolis" Freiberg, in dem eine Veranstaltung stattgefunden hatte. Auch die Bäckerei Selbmann aus Brand-Erbisdorf stellt sich vor. Professor Jörg Matschullat von der TU Bergakademie steuerte nicht nur ein Statement nebst Gesicht, sondern auch einen Text über seinen Aufenthalt im Amazonasgebiet bei, mit dem die Brücke zu einem weiteren wichtigen Thema von "Freiberg für alle", dem Klimawandel, geschlagen wird.

Mit 2300 Euro beziffern die Macher die Herstellungskosten des Magazins. Diese brachte das Bündnis aus dem Preisgeld auf, das es beim bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" erhalten hatte. Somit musste auch niemand, der im Heft mit Anzeigen oder Artikeln vertreten ist, dafür bezahlen. Für künftige Ausgaben werde das aber geändert, bestätigt Stefan Benkert. Doch mit der ersten Nummer wollte "Freiberg für alle" den Unterstützern und Freunden auch danken. Die erste Ausgabe des Heftes liegt etwa im Taschenbuchladen an der Burgstraße, in der Rösterei "Momo" an der Korngasse, in zahlreichen Einrichtungen der Freiberger Stadtverwaltung, aber auch in der TU Bergakademie, bei der Awo und in der Petrikirche aus. (wjo)

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