Grüße in den Mai: Theaterleute stehen vor der Kamera

Für ihre Kurzvideos im Internet gehen die Sänger, Schauspieler und Musiker aufs Ganze. Das zeigt ein Besuch von einem Dreh.

Freiberg.

Stippvisite im Freiberger Theater: Auf der Hauptbühne laufen die Videoaufnahmen für die "Grüße in den Mai". Das Mittelsächsische Theater darf zwar seit Freitag nach zweimonatiger Pause wieder spielen und plant erste Vorstellungen, aber das tägliche digitale Angebot wird fortgesetzt.

Nachdem Sänger und Musiker mit anspruchsvollen und berührenden Kurzbeiträgen digital begeisterten, starten jetzt die Schauspieler durch. Michael Berger stand an diesem Aufnahmetag im Scheinwerferlicht. Jetzt lesen Susanna Voß und Martin Ennulat aus "Zwischen zwei Schweigen. Gespräche mit Peter Brook". Die beiden sind ein Paar, deshalb dürfen sie enger zusammensitzen. "Wollen wir das wie die Gogovs thematisieren?", fragt Schauspieldirektorin Annett Wöhlert.

Die Musikerkollegen Valentin Gogov und seine Frau Mariana Gogova hatten das in ihrem digitalen Gruß am 5. Mai getan. Vor ihrer Darbietung richteten die Musiker, die 1988 aus Bulgarien nach Freiberg kamen, Worte ans Publikum. "Kleine Dinge machen den Sinn des Lebens aus", sagt Valentin Gogov. Und sehr oft sei weniger mehr. Seine Frau fügt hinzu: "Bleiben Sie gesund und uns erhalten." Dann spielen die beiden den 1. Satz aus Wolfgang Amadeus Mozarts Klaviersonate in A-Dur in einer Bearbeitung für zwei Violinen. Ebenso wie in den anderen Kurzvideos lernen die Zuschauer die Künstler von einer anderen, persönlichen Seite kennen. Es ist zu spüren: Die Theaterleute freuen sich mindestens genauso wie die Besucher, dass sie wieder loslegen.

Zurück zu den Schauspielern Susanna Voß und Martin Ennulat. Rund anderthalb Minuten lang wird das Video sein, die Dreharbeiten dauern fast eine Stunde. Die Darsteller, Regisseurin Wöhlert, Thomas Fiedler hinter der Kamera und Muriel Wenger (Ton) feilen so lange am Video, bis sie zufrieden sind. Susana Voss und Martin Ennulat hatten für ihre Lesung extra Papier-Schmetterlinge gebastelt. Leider flatterten sie nur ganz kurz. Dafür fand sich eine andere Lösung. Jeden Tag, 19.30 Uhr wird ein neues Kurzvideo ins Netz gestellt. Zu sehen auf der Internet- und der Facebookseite des Theaters. Zur Website

 

 


Von "Moon River" bis zu "Der Teddy und die Tiere"

Das sind die Grüße in den Mai:

1. Mai: "Hello Dolly",Susanne Engelhardt, José Gutiérrez

2. Mai: "Moon River", Leonora Weiß-del Rio, José Gutiérrez, Richard Weiß

3. Mai: Kodálys Duo für Violine/Cello, Sergey Tsoy, Hanna Pyrozhkova

4. Mai: Im wunderschönen Monat Mai", Johannes Pietzonka, José Gutiérrez

5. Mai: Klaviersonate, Mariana Gogova, Valentin Gogov

6. Mai: "Freunde, das Leben ist lebenswert", Frank Unger, Niki Liogka

7. Mai: "Clapping Music": Gyula Haidu, Andreas Scholz, Michael Winkler

8. Mai: "Ach weh mir unglückhaftem Mann", Sergio Raonic Lukovic, Niki Liogka

9. Mai: "Crisantemi", Sophia Heide, Kerstin Guzy, Nina Trabichoff, Michael Fallenstein

10. Mai: "Johann-Joseph-Fux-Fan-fare","Sunshine Dixie", Stefan Zieger, Alexis Gonzales, Johann Schuster, Stefan Leitner

11. Mai: Rubinstein, Sören Glaser, Kerstin Georgi

12. Mai: "Yellow Tuesday", Rea Alaburic, Sergey Tsoy, Lilia Jatscheva, Niki Liogka

13. Mai: "Der Teddy und die Tiere", Conny Grotsch, Mariana Gogova, Valentin Gogov, Katrin Hille, Michael Fallenstein

14. Mai: Andante von Strauss, José Gutiérrez, Wawrzyniec Szymanski

15. Mai: Duett von Kapustin, in Bearbeitung mit Schlagzeug, Anja Bachmann, Hanna Pyrozhkova, Michael Winkler

16. Mai: Mailied: Rea Alaburic, Niki Liogka. (hh)

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