Großer Eisbrecher ergänzt die Sammlung kleiner Exemplare

Am Sonntag geht die Sommerschau mit Spielzeug-Schiffen im Gelenauer Pohl-Ströher-Depot zu Ende. Letztmals ist auch ein Modell eines prominenten Erbauers zu sehen.

Gelenau.

Vertreter der Familie Körting sind häufiger in Gelenau zu Gast. Im Depot Pohl-Ströher schauen sich Werner und Regine Körting immer mal wieder die Ausstellungen an, denn Spielzeug und Volkskunst sind für sie eine wichtige Tradition. Werners Vater Max Körting war schließlich einer der Gestalter der Holzprodukte, die einst in Seiffen gefertigt wurden - von Pyramiden bis hin zu Eisenbahnen. "Das war auch schon Thema einer unserer Sonderausstellungen", sagt Depot-Mitarbeiter Mario Franke, der auch damals die Nachfahren begrüßen konnte.

Als Werner Körting hörte, dass das Motto der Sommerschau Spielzeugschiffe sind, musste er sofort an seinen Eisbrecher denken. Bei dem mittlerweile fast 80-jährigen Leipziger wurden Erinnerungen an seine Kindheit wach. Denn als Fünfjähriger hatte er ein Geschenk erhalten. Etwa 60 Zentimeter lang ist das Holzmodell, das sein Vater damals für ihn gefertigt hatte. "Das hat er uns als Leihgabe für die Sommerschau zur Verfügung gestellt", erklärt Mario Franke, der sowohl über das Ausstellungsstück selbst als auch über die Geschichte dahinter staunt. Schließlich wurde der Eisbrecher 1944 gebaut. Weil Max Körting in der Rüstungsindustrie tätig war und keinen Kriegsdienst leisten musste, blieb ihm die Zeit, etwas für seinen Sohn zu tun.


Es entstand ein Schiff, das sich nahezu komplett zerlegen lässt. "Jedes Deck kann man abnehmen", erklärt Mario Franke. So wird das große Holzmodell zu einer Art Puppenstube, in der man mit jeder einzelnen Figur spielen kann. "Die Kräne sind allesamt funktionstüchtig, genau wie der Anker. Sogar das Tau lässt sich lösen", ergänzt der Depot-Mitarbeiter.

Auch ringsherum wurde mit viel Liebe zum Detail an alles gedacht. Ein Beiboot und ein Schlepper sorgen ebenso wie Holzbaken dafür, dass sich der Betrachter tatsächlich vorkommt wie auf hoher See. Während Werner Körting als Kind damit spielte, kümmerte sich seine Frau Jahrzehnte später um die Überarbeitung. Die ebenfalls bastelbegabte Regine Körting richtete den Eisbrecher wieder her, sodass er nun in Gelenau von den Besuchern bestaunt werden kann.

Das Ende der Sommerschau war für den

31. August geplant. Sie wird aber um einen Tag verlängert und öffnet am 1. September noch einmal von 10 bis 16 Uhr ihre Türen.

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