Hier kann wieder durchgefahren werden

Vom Kreisverkehr bis zur Lößnitzer Straße ist die S 255 wieder frei. Damit ist der schwierigste Part des Straßenausbaus geschafft.

Lichtenstein.

Dem etwa 200 Meter langen und frisch asphaltierten Straßenabschnitt zwischen Kreisverkehr und Parkhaus sieht man es aktuell vielleicht nicht mehr an. Doch handelte es sich bei diesem zweiten Bauabschnitt um das komplizierteste Teilstück des Ausbauvorhabens der S 255 in Lichtenstein.

Bevor es am Freitagvormittag zum feierlichen Akt der Verkehrsfreigabe inklusive Begehung kam, zeigte Frank Petzold einige Fotos, auf denen zu sehen war, wie es hier noch vor neun Monaten ausgesehen hat. "Als hätten wir hier U-Bahn-Gleise quer durch Lichtenstein verlegen wollen", scherzte der Lasuv-Niederlassungsleiter Plauen. Die Straßenbaubehörde des Freistaates ist Bauherrin des vor drei Jahren begonnene und seit über zehn Jahren geplanten Mammutprojektes.

Auf den Lasuv-Fotos sind noch die gewaltigen Metallstreben zu sehen, die unterhalb der neu gebauten Straße angebracht wurden. In den vergangenen 13 Monaten musste hier auf sehr begrenztem Bauraum gearbeitet werden. Lagerflächen standen der Baufirma keine zur Verfügung. Neben der Straße wurde auch der Durchlass des Rödlitzbaches auf 170 Metern erneuert, für den während des gesamten Bauvorhabens eine alternative Wasserführung untergebracht werden musste. Wegen dieser Erschwernisse konnte nur kleinteilig und nicht "hintereinander weg gebaut" werden, wie ein Lasuv-Sprecher es ausdrückt.

Großes Lob erhielt die Baufirma Scharnagl dafür, dass sie es trotz aller Komplikationen geschafft hatte, die Erreichbarkeit der Wohnhäuser, der Geschäfte und des Parkhauses aufrecht zu erhalten. "Immerhin hat sich die Wegführung hier tagtäglich verändert", sagte Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) vor Ort zur Eröffnung des Straßenabschnitts, Dabei lobte er auch Anwohner und Gewerbetreibende für ihre Geduld.

Zu weiteren Verzögerungen im Ausbau hatten Überschwemmungen der Baugruben infolge von Starkregenfällen geführt. Zudem wusste niemand genau, wo welche Leitungen entlanglaufen. Letztlich wurden alle unterirdischen Medien mit erneuert. Das erforderte einiges an Planung und Abstimmung mit den Zweckverbänden für Abwasser, Trinkwasser, Straßenbeleuchtung und der Süwesa-Netz. Letztere hat in dem neuen Straßenabschnitt Leerrohre verlegt, die nun künftigen Glasfaserleitungen dienen. Die Kosten für den gesamten Bauabschnitt belaufen sich laut Lasuv auf 2,3 Millionen Euro, der Eigenanteil Lichtensteins beträgt zehn Prozent.

Nach jetzigem Stand werde das Gesamtprojekt 6,5 Millionen kosten. Noch dieses Jahr soll der Straßenbau bis Schafbrückenweg erfolgen. 2021 geht es weiter mit der Erneuerung des Durchlasses Bornwiesenbach und dem Straßenbau bis zur Kreuzung Hartensteiner Straße/Rödlitzer Straße. Wegen der Zufahrten zum Edeka und zum Holzhandel müsse hier abschnittsweise gearbeitet werden. Bis Juli 2022 soll der Knotenpunkt komplett umgebaut und in allen Abschnitten neue Leitungen verlegt sein.

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