Hundeflüsterer zeigt Tricks im Erzgebirge

Oliver Neubrand übte in Johanngeorgenstadt mit Hunden und ihren Haltern. Wegen Corona musste sich der Hundesportverein Grenzlandhöhe etwas einfallen lassen.

Johanngeorgenstadt.

Nancy Schmelzer ist extra aus der Nähe von Zwickau mit ihrem sechs Monate alten Rottweiler nach Johanngeorgenstadt gereist, um sich von Oliver Neubrand aus Friedrichshafen am Bodensee schulen zu lassen. Er ist nicht nur Hundetrainer, sondern ein echter Experte in Sachen Rottweiler. Wer ihm bei seiner Arbeit zuschaut, kommt ziemlich schnell zu der Erkenntnis, dass Neubrand eine Art Hundeflüsterer ist.

Neubrand versteht sein Handwerk, weiß ganz genau, womit er einen Vierbeiner beeindruckt und vermag es mittels Leckerli, die er sich geschickt zwischen die Finger klemmt, den Hund an sich zu binden. "Damit ist es möglich den Kopf des Hundes, wie eine Art Joystick zu führen", sagt Neubrand. Und manch Hundebesitzer, der so etwas zum ersten Mal sieht, kommt dabei ins Staunen. Dass die Vierbeiner an dieser Art "Arbeit" sogar Spaß haben, ist das Ganze auch für den unbeteiligten Zuschauer ein Vergnügen.

Neubrand war auf Einladung des Hundesportvereins Grenzlandhöhe Johanngeorgenstadt und auf Initiative des Allgemeinen Rottweilerklubs Sachsen in der Bergstadt am Wochenende zu Gast - schon zum zweiten Mal. Weil der erste Besuch 2018 ein voller Erfolg war, wollte der Johanngeorgenstädter Hundesportverein auch dieses Jahr daran festhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie war es diesmal allerdings ein bisschen schwerer.

"Unser Hundesportplatz kam nicht in Frage. Dort haben wir leider nicht einmal fließendes Wasser", sagt Toni Tschischka, der Vereinsvorsitzende. Also suchte man nach einer anderen Lösung und fand sie mit der Franz-Mehring-Sportstätte. "Das sind natürlich super Bedingungen", sagt Tschischka und ergänzt mit einem Lachen: "Vor allem will jeder Hundesportler irgendwann mal in ein Stadion." Die Unterstützung der Stadtverwaltung sei enorm gewesen, aber auch private Unterstützer sorgten dafür, dass die Veranstaltung trotz Corona über die Bühne gehen konnte.

Wie wichtig solche Workshops für die Hundebesitzer sind, zeigte sich auch in der Tatsache, dass sie aus allen Teilen Sachsens anreisten. Insgesamt begaben sich 15 Hunde und vier Welpen unter die Fittiche des Hundetrainers. Ein Teilnehmer kam sogar aus den Niederlanden. "Wichtig ist, dass aus dem Hund und dem Hundeführer ein Team wird", sagt der Friedrichshafener.

In den Workshops vermittelte Neubrand Vieles zum Thema Unterordnung und Schutzdienst. Da der Ausbildungsstand der Hunde ganz unterschiedlich ist, sucht der Hundetrainer immer wieder nach individuellen Lösungen. Circa 15 Minuten dauert eine Trainingseinheit. "Ist es so warm, wie am Samstagvormittag dann machen wir es zum Schutz des Hundes natürlich auch ein bisschen kürzer", so Neubrand.

Viel Beifall gab es für die neunjährige Heidi Tschischka. Das Mädchen will in die Fußstapfen ihres Vaters Toni treten. Die junge Hundeführerin beeindruckte mit ihrem weißen Boxer.

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