Philipp Pentke: "Ich werde auch als Nummer 2 in jedem Training Gas geben"

Der ehemalige Publikumsliebling des CFC über seinen Wechsel nach Hoffenheim und neue Projekte.

Mit seinen 34 Jahren ist Philipp Pentke im besten Torhüter-Alter, mit Jahn Regensburg hat er gerade eine starke Saison in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt. Warum sich der gebürtige Freiberger dennoch auf die Bank eines Erstligisten setzen will, erklärt er im Interview mit Thomas Reibetanz.

Willkommen in der 1. Fußball-Bundesliga, Herr Pentke. Wie fühlt sich das an?

Philipp Pentke: Überragend. Ich muss sagen, dass ich schon die ersten Trainingseinheiten am Wochenende genossen habe. Die Truppe hat mich sehr gut aufgenommen, ich habe mit Michael Rechner einen Top-Torwarttrainer. Dazu kommen hochprofessionelle Bedingungen, die ich so noch nicht erlebt habe. Da war auch die Hitze während der ersten Einheiten egal.

Nachdem Sie im Frühjahr verkündet hatten, Jahn Regensburg aus privaten Gründen zu verlassen, dauerte es sehr lang, ehe der neue Verein verkündet wurde. Woran lag das?

Dass ich nach Baden-Württemberg ziehen wollte, lag ja schnell auf der Hand. Hier lebt meine Familie, hier habe ich die Chance, meine kleine Tochter viel öfter zu sehen, als das vorher mit der langen Distanz zwischen uns möglich war. Mexie, so heißt die Kleine, war auch der Hauptgrund für den Vereinswechsel. Ich hatte dann eigentlich einen anderen Club im Auge, die Gespräche waren auch schon recht weit. Als dann aber das Angebot aus Hoffenheim kam, musste ich nicht lang überlegen.

Also kam erst Ihre Wechselabsicht und erst danach die Anfrage aus Hoffenheim?

Ja, so war es. Und da hat gleich alles gepasst. Ich wohne jetzt mit meiner Familie in derselben Stadt und fahre nur noch eine Stunde zum Training. Um von Regensburg zu meiner Tochter zu kommen, war es dreimal so weit. Dazu kommt, dass ich jetzt noch einmal das Abenteuer 1. Bundesliga erleben darf.

Allerdings nicht auf dem Spielfeld - es sei denn, Stammkeeper Oliver Baumann verletzt sich.

Das stimmt. Ich bin aber als Nummer 2 geholt worden, damit finde ich mich ab. Ich werde hier nicht anfangen, einen Konkurrenzkampf auszurufen. Allerdings werde ich Druck auf die Nummer 1 machen - auch das ist meine klar definierte Aufgabe. Dazu hat der Verein einen Torwart gesucht, der charakterlich passt und die Mannschaft pushen kann. Dass sie da an mich gedacht haben, hat mich sehr gefreut.

Und dennoch waren Sie jetzt zehn Jahre lang, sechs davon beim Chemnitzer FC, Stammkeeper. Fällt es da nicht schwer, ins zweite Glied zu rücken?

Es ist auf jeden Fall eine Umstellung. Aber ich bin jetzt etwas älter, bin dazu näher an meiner Tochter und kann die Vaterrolle viel besser ausfüllen. Das alles wird ganz sicher dabei helfen, mit der Situation ruhig umgehen zu können. Und ich werde natürlich auch als Nummer 2 in jedem Training Gas geben. Ich kann mich hier auf ein neues Level heben, denn ich trainiere ja mit richtig guten Jungs zusammen.

Und wenn Oliver Baumann mal ausfällt, sind Sie plötzlich Bundesliga-Keeper ...

Ja, das wäre noch mal was. Aber es ist allein schon genial, dass ich das alles jetzt aus nächster Nähe mitbekommen werde. Als ich bei Energie Cottbus war, spielte der Verein ja auch in der 1. Bundesliga, ich war aber nur die Nummer 3. Dadurch habe ich die ganze Atmosphäre, die ganzen Abläufe kaum mitbekommen.

Und nach der Karriere als Torhüter gehen Sie unter die Modemacher, wie man hört?

Ob das so wird, steht noch völlig in den Sternen. Auf jeden Fall habe ich mir aktuell ein zweites Standbein geschaffen. Am 1. Juli ist die Homepage meiner Modemarke PP1 online gegangen. Wir wollen dort preiswerte Sportmode anbieten. Unterstützt werde ich bei diesem Projekt von meinem neuen Handschuh-Ausrüster. Mal sehen, ob das angenommen wird und wo das hinführt.


Philipp Pentke

Der 34-jährige Torhüter wurde in Freiberg geboren, wo er auch mit dem Fußballspielen begann. Später war er bei Dynamo Dresden, TSV 1860 München, FC Augsburg und Energie Cottbus unter Vertrag. Zum Stammkeeper wurde er aber erst nach dem Wechsel zum CFC, wo er von 2009 bis 2015 spielte und 2011 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. Als sein Vertrag nicht verlängert wurde, ging er zu Jahn Regensburg. Jetzt wechselt er zur TSG Hoffenheim, wo er einen Zweijahresvertrag erhielt. (tre)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...