Junge Naturforscher bringen 100 Wildrosen in die Erde

Dort, wo in Rübenau früher ein Gasthof stand, entsteht ein wertvolles Biotop. Die Sträucher werden nicht nur in der warmen Jahreszeit Insekten viel Nektar bieten.

Rübenau.

100 Wildrosensträucher haben am Wochenende Mitstreiter des Naturforscherclubs des Fördervereins Natura Miriquidica am Lernort der Artenvielfalt in Rübenau gepflanzt. Der Lernort ist eine rund 17.500 Quadratmeter große Fläche, die der Förderverein seit 2010 für die Stadt Marienberg bewirtschaftet. Zuvor hatte die Kommune dort einen seit 1990 leer stehenden ehemaligen Gasthof abreißen lassen. "Im Rahmen einer Pflege- und Nutzungsvereinbarung renaturieren wir seither das Areal und schaffen vielfältige Biotopstrukturen mit dem Ziel, die lokale Lebensvielfalt zu erhalten und zu erhöhen", erklärt der Vorsitzende des Fördervereins, Kay Meister.

Dem Naturforscherclub gehören momentan rund 110 Kinder an, die nach ihrem Alter in Gruppen eingeteilt sind. Am Wochenende haben sie sich erstmals seit Februar wieder treffen können. Wie viele andere wirkt seit mehreren Jahren auch Ema Schreiter im Club mit. "Für mich ist es wichtig, sich aktiv für die Natur einzusetzen. Alle zusammen haben wir bei unseren Treffen viel Spaß, zahlreiche Freundschaften sind schon entstanden", sagt Ema Schreiter. Sie zählt zu den zwölf Heranwachsenden im Alter zwischen 11 und 18 Jahren, die am Samstag bei dem Pflanzeinsatzes mitmachten.

In die Erde kamen fünf Arten von Wildrosen, die auch als Hagebutten bekannt und im Erzgebirge heimisch sind. Kay Meister zufolge ist die Wildrose aus Naturschutzsicht sehr wertvoll. Zum einen bietet die Pflanze Insekten viel Nektar und Zugvögeln im Herbst Nahrung. Ebenso Früchte fressende Standvögel wie die Amsel finden an den Sträuchern auch im Winter noch Futter. "Im Biotopverbund werden die Wildrosensträucher schnell eine Hecke bilden und Vögeln als Brutraum dienen", erklärt der Diplombiologe.

Bei der Pflanzung handelt es sich um eine Ausgleichsmaßnahme nach Eingriffen in Natur und Landschaft. Die Kosten in Höhe von rund 1200 Euro werden daher zu 90 Prozent aus dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt bestritten.

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