Junger Wildenfelser fiebert verspätetem Saisonstart entgegen

Jamie Wunderlich hat sein erstes Jahr im Minibike-Cup auf Platz 13 beendet. Diesmal soll es in der Einsteigerklasse möglichst weiter nach vorn gehen.

Wildenfels.

Als er gerade einmal drei Jahre alt war, unternahm Jamie Wunderlich aus Wildenfels seine ersten Versuche auf einem Pocketbike. Heute, acht Jahre später, geht der Schüler der Paul-Fleming-Oberschule Hartenstein beim Minibike- Cup des ADAC auf Rundstrecken in ganz Deutschland an den Start. "Das erste Pocketbike hat er von seinem Opa geschenkt bekommen. Da ein gewisses Talent erkennbar und sein Interesse groß war, habe ich ihn beim AMC Sachsenring zum Schnupperkurs angemeldet", sagt sein Vater Jörg Wunderlich.

Bevor die motorsportliche Karriere von Jamie ins Rollen geriet, trainierte er im Sommer am Sachsenring, während es ihn im Winter in die Karthalle zog. Zur Saison 2017 trat er dann erstmals bei einem Wettkampf an. Als Einsteiger beim Pocketbike Sachsenevent wurde er auf Anhieb Vizemeister. Nachdem das Folgejahr durch Trainingsverletzungen geprägt war und Jamie auf Rang sechs landete, stieg er in die größere Minibike-Klasse auf.

Im Vorjahr ging Jamie Wunderlich in der Einsteigerklasse der Minibike-Meisterschaft, bei der alle Fahrer auf einer 8,4 PS starken Maschine sitzen, an den Start. In seinem Debüt-Jahr, das er auf dem 13. Platz abschloss, wollte der Wildenfelser die neuen Bedingungen und Strecken kennenlernen und auf seiner neuen Maschine so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. "Auch in dieser Saison werde ich in der Einsteiger-Klasse antreten. Durch die Corona-Krise war ein Training erst ab Mai wieder möglich", erklärt der junge Motorsportler.

Der erste Wettkampf steht fürs Wochenende in Bopfingen (Baden-Württemberg) im Terminkalender. Dafür trainierte der Wildenfelser zuletzt zwei Mal in der Woche in der E-Arena in Mülsen, wo das Training aller zwei Wochen auch durch den AMC Sachsenring unterstützt wird. "Das nächste große Ziel ist der Umstieg auf einer 300-Kubikzentimeter-Maschine", sagt Jamie. Auf dem Weg dahin werden ihn vor allem sein Trainer, Ronny Heinrich vom AMC Sachsenring, und sein technischer Betreuer, Tino Dassler, begleiten. "Sie unterstützen und motivieren mich, wo es geht", sagt Jamie. Er dankt auch seiner Schule, die ihn für die die Renntage freistellt. Angefeuert wird er zudem bei jedem Rennen von seiner Familie, auch "wenn das nervlich aufreibend ist", so der Vater.

Die schwerste Aufgabe liegt für die Familie aber aktuell neben der Strecke. "Für uns ist es schwer, Sponsoren zu finden. Motorsport ist eine Randsportart, die Jugend- und Nachwuchsbereiche stehen dazu noch weiter hinten an", erklärt Jörg Wunderlich. Die Reisekosten sowie Gelder für Reparaturen, Ausrüstung oder Startgebühren muss die Familie größtenteils allein stemmen. "Natürlich schlägt auch in diesem Bereich die Corona-Krise zu. Viele Firmen kämpfen teilweise ums Überleben. Da gibt es keinen Spielraum für Sponsoring", sagt Jörg Wunderlich.

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