Kegler haben nun Gewissheit

Für Mittelsachsens Teams fand die Saison ein abruptes Ende. Während sich einige Aktive über Aufstiege freuen dürfen, hatten andere keine Möglichkeit mehr, die Klasse zu halten.

Freiberg/Mittweida.

Lang hat der Keglerverband Sachsen (KVS) in diesem Jahr versucht, die Serien zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen. Mit verschiedenen Varianten sollte das Saisonende künstlich hinausgezögert werden. "Doch am Ende haben die Pläne nichts gebracht", sagt KVS-Landessportwart Werner Kießling. Die nach wie vor geltenden Bestimmungen sahen den Verband dazu veranlasst, die Spielzeit mit den Tabellenständen vom 1.März einzufrieren. An diverse Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften, die sich der Punktspielsaison angeschlossen hätten, war gar nicht zu denken.

"Ich glaube, dass sich die meisten Sportler mit dieser Entscheidung anfreunden können", sagt Kießling. "Die Kegler dürfen zwar wieder trainieren, aber Wettkämpfe sind weiterhin verboten." Der Großteil der Kegelfreunde hätte ohnehin keine große Lust mehr verspürt, um Punkte zu kegeln, so der Landessportwart. "In den Verbandsligen gab es glücklicherweise nicht so viele Härtefälle bei Auf- und Abstiegsfragen. Das sieht in den Bundesligen schon anders aus." In der 2. Bundesliga haben die Männer des ATSV Freiberg alle Fragen schon sportlich geklärt. Sie schafften den Klassenerhalt und gehen in der kommenden Saison in der neu geschaffenen Ost-Staffel an den Start.

Über einen Aufstieg dürfen sich die Männer von TuS Großschirma freuen. Sie lagen zum Abbruch in ihrer Staffel der 2. Verbandsliga in Führung und nehmen nun ihr Aufstiegsrecht wahr. "Im vergangenen Jahr sind wir Zweiter geworden, da haben wir nun schon mit dem Staffelsieg geliebäugelt", sagt Mannschaftsleiter Rayk Nitzsche. Allerdings hätte es an den beiden letzten Spieltagen, die ausgefallen sind, noch spannend werden können. "Laut Spielplan hätten wir noch in Freiberg und zuhause gegen Großschweidnitz antreten müssen. Das wären knifflige Aufgaben geworden." Mit Manuel Totzke (560,75 Kegel im Durchschnitt) und Uwe Flößner (559,75) stellen die Großschirmaer zudem die beiden besten Spieler der Saison.

Allerdings müssen auch einige mittelsächsische Teams ihre Liga nach unten verlassen: Die Senioren des TSV Penig steigen in die 2. Verbandsliga ab, die Männer der LWV Geringswalde müssen zurück in die Bezirksliga Leipzig. Die Frauen des TSV Fortschritt Mittweida wechseln als Tabellenzweite innerhalb der 2.Verbandsliga die Staffel. Ihre Auswärtsfahrten führen sie künftig vermehrt in die Dresdener Region.

Auf Bezirksebene sind indes noch einige Fragen offen. Zwar stehen die Aufsteiger in die nächsthöheren Ligen fest, doch unklar ist noch der Übergang von der Bezirks- auf die Kreisebene, wie Thomas Jacobi, Pressewart und Vorsitzender der Rechtskommission im Bezirksverband, erklärt: "Die Meldefrist für die Aufsteiger aus dem Kreis läuft bis 15. Juni. Erst danach wissen wir, wer neben den Tabellenletzten noch absteigen muss." Bislang halten sich die Meldungen jedoch in Grenzen. Der Verband und die Vereine können die neue Saison durch die unterschiedlichen lokalen Regelungen nur schwer planen, so Jacobi. "Die Entscheidungsgewalt liegt bei den jeweiligen Kreisbehörden", so der Annaberger. Betroffen vom eventuellen Abstieg wären die Kegler aus Niederwiesa, die ihre Saison in der 2.Bezirksklasse als Vorletzter beendeten und absteigen müssen, sollten alle fünf Kreise einen Aufsteiger melden. Den Klassenerhalt sicher haben die Männer des Hirschfelder SV, die in der 1. Bezirksklasse ebenfalls Vorletzte wurden, was für den Klassenerhalt aber reicht. "Wir sind nun erst einmal froh, dass wir drin bleiben", sagt Abteilungsleiter Michael Becker, der selbst in der ersten Mannschaft aktiv ist. Mit einem Start in die neue Spielzeit rechnet er nicht vor Mitte September. "Vieles ist ja noch unsicher." Zumindest trainieren können die Kegelfreunde wieder, wenn auch mit Einschränkungen. "Es dürfen nur Sportler auf die Anlagen, und die Duschen sind nicht nutzbar."

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