Kleine Musiken - Große Hoffnung

Musiker der Erzgebirgischen Philharmonie und Sopranistin Madeleine Vogt luden vor zweimal 50 Zuhörern zum Pfingstkonzert ins Kulturhaus ein.

Aue.

Es war ein historisches Konzert: kleiner Saal, kleines Ensemble, kleines Publikum, kleine Musiken, große Hoffnung im Kulturhaus Aue inmitten der Corona-Pandemie. Unter dem Titel "Wir sind wieder da!" erklangen im Mini-Format Opernarien und Instrumentalmusiken. Gemäß aktueller Hygienevorschriften durfte man das Kulturhaus nur mit Maske betreten, persönliche Daten waren zu hinterlassen, Symptomfreiheit gegen den Verdacht auf Covid-19 schriftlich zu bestätigen.

"Sänger sind besonders gefährlich", sagte Moderator und Intendant Ingolf Huhn. Um diese Gefahr zu mindern, war die stimmstarke Sopranistin Madeleine Vogt außerhalb des kleinen Saales postiert und sang draußen im Foyer durch die geöffneten hohen Türen. Sie berührte mit einer der berühmtesten Arien von Händel, dem "Largo" aus der Oper "Xerxes", ein Gesang an die friedliche Stille der Natur.

Mit dem lebenssprühenden 1. Satz aus Mozarts Divertimento KV 136 hatte das Konzert begonnen. Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi und das kleine Streichorchester unterschätzten die sehr gute Akustik des kleinen Saales und waren oft zu laut. Das minderte deren sonst erfrischendes Spiel aber nicht.

Ingolf Huhn sprach davon, wie sehr alle auf diesen ersten Auftritt nach elf Wochen gewartet haben. Und dass es einen langen Vorlauf mit den Ämtern bis zur Genehmigung gegeben habe. Die Gastronomie im Foyer hatte auch geöffnet.

Den langsamen Mittelsatz aus Mozarts berühmtem Konzert mit Ewigkeitswert für Flöte, Harfe und Streichorchester KV 299 spielten Paul-Gerhard Voigt (Flöte) und Friedhelm Peters (Harfe). Ebenfalls eine Musik mit Ewigkeitscharakter hat das unerschütterlich schreitende "Air" aus Bachs Orchestersuite Nr. 3. Nicht anders ist es mit Johann Pachelbels endlos gespieltem feierlichen "Kanon" in D-Dur. Ob Begräbnis oder Hochzeit, er passt immer. Naoshi Takahashi und das Ensemble bekamen viel Beifall.

Mit dem 3. Satz aus Tomaso Albinonis Concerto f-Dur für Piccolotrompete (Thomas McColl) und Altposaune (Andreas Winkler) ging das Pfingstkonzert mit festlichem Glanz zu Ende. Zwei Stunden später wurde das Konzert wegen großer Nachfrage wiederholt. Nun stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Im März sollte im großen Saal Anton Bruckners monumentale Natur-Sinfonie Nr. 4 Es-Dur erklingen, ein Höhepunkt der Konzertsaison. In dieser Größenordnung wird man wohl auf unabsehbare Zeit nichts hören.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.