Am Ende fügt sich das Puzzle zu einem Bild

Håkan Nesser lässt im neuen Krimi wieder Gunnar Barbarotti ermitteln

Während Håkan Nesser in seinem letzten Roman "Der Verein der Linkshänder" die Kriminalisten Van Veeteren und Gunnar Barbarotti zusammen arbeiten ließ, steht im neuen Buch wieder Inspektor Gunnar Barbarotti im Mittelpunkt. Es ist bislang der sechste Band, in dem er ermittelt, doch wer als Neueinsteiger dazukommt, kann problemlos zu diesem Fall in der Reihe greifen.

Und zugegeben, ganz alleine ermittelt Barbarotti gar nicht. Seine neue Lebensgefährtin, Kriminalinspektorin Eva Backman, ist mit an seiner Seite. Die beiden haben sich für einige Wochen auf die Insel Gotland zurückgezogen, um ein wenig Abstand von der Arbeit zu bekommen. "Wir können tausend Kilometer wandern, hundert Bücher lesen und hundert Liter Wein trinken." Eva hat im September einen Jugendlichen erschossen, der dabei war, ein Auto anzuzünden, in dem ein junges Paar saß. Eva trifft formal keine Schuld, doch der Tod des Jungen macht ihr trotzdem zu schaffen.

Kaum auf der Insel, holt die beiden Inspektoren die Arbeit wieder ein. Barbarotti meint, einen Busfahrer, Albin Runge, zu erkennen, dessen Verschwinden ihn vor Jahren lange beschäftigt hat. Der Mann hat einen Reisebus mit Schülern und einigen Eltern in die Skifreizeit gefahren, und es kam zu einem Unglück, das er nicht verschuldet hat. Am Ende waren siebzehn Schüler tot sowie die Mutter eines Teilnehmers. Runge kam mit dieser Schuld überhaupt nicht klar, zog sich immer mehr in sich zurück, bis er einige Jahre nach dem Vorfall Briefe erhält, die sein Leben bedrohen.

Und an dieser Stelle hat Barbarotti den Fall damals übernommen. Er kann Runge allerdings trotz aller Anstrengungen nicht schützen. Auf einer Fährüberfahrt geht der Busfahrer über Bord. Seine Leiche wurde nie gefunden. Mittlerweile ist der Mann für tot erklärt worden. Kann es sein, dass er tatsächlich hier auf Gotland ein neues Leben führt? Auch im Urlaub lässt die Arbeit Barbarotti nicht ruhen. Barbarotti und Backman vertiefen sich in die alten Unterlagen, führen einige Gespräche mit Menschen auf der Insel und kommen so einem gut gehüteten Geheimnis immer näher.

Nessers Krimis liest man, weil es wohltuend ist, den philosophischen Ausführungen zu folgen. Er verstreut die Handlung über Zeitabschnitte, überrascht immer wieder mit Wendungen und fügt am Ende das Puzzle sehr stimmig und folgerichtig zusammen. Ein Spannungsroman für entspannte Lesestunden.

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