Flirrend und leicht, aber auch tiefgründig

Szenen einer Ehe, und dazwischen schlägt das wilde Herz -- o lässt sich der Roman von Andrea De Carlo umschreiben. Drei Menschen stehen im Mittelpunkt: die Bildhauerin Mara, ihr Mann Craig, ein berühmter Anthropologe, und Ivo, der Aussteiger mit dunkler Vergangenheit. Nur ein Zufall - und im Leben der drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ändert sich alles. "Das wilde Herz" erzählt eine wundervolle Geschichte über Liebe und Verführung, flirrend und leicht, tiefgründig und ernst. Mara und Craig, die in England leben, besitzen ein Ferienhaus in Ligurien. Mara, die Italienerin, liebt es abgöttisch. Jedes Jahr verbringen sie ihre Sommerferien dort, Craig aber nur äußerst ungern. Nach einem heftigen Gewitter ist das Dach beschädigt, Craig verletzt, und auf der Suche nach einem Dachdecker kommt Ivo ins Spiel.

De Carlo schreibt eine spannende Geschichte, bringt einem nicht nur die Menschen nahe, sondern auch Italien und das Leben der Dorfgemeinschaft. Er lässt abwechselnd jeden zu Wort kommen mit seiner Sicht auf die Ereignisse, mit seinen Zweifeln, Fragen, Hoffnungen und Ansprüchen. Dabei ist Craig kein Sympathieträger, aber auch Ivo und Mara sind voller Ecken und Kanten. Da werden Charaktere genau ausgelotet, und es ist ein Lesevergnügen, den Weg der drei, den der Autor lässig und ohne Pathos beschreibt, zu verfolgen. Das Ende ist überraschend. Aber ob dies ein glückliches Ende ist, steht in Frage. (ute)

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