Burkhard C. Kosminski sieht Theater als politischen Ort

Stuttgarts neuer Schauspielintendant sieht Grundwerte wie Freiheit oder Demokratie in Gefahr. Theater könne das zwar nicht ändern, doch die Zeit spiegeln und die eigene Haltung sensibilisieren», meint er

Stuttgart (dpa) - Stuttgarts neuer Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski sieht das Theater als politischen Ort.

«Grundwerte wie Freiheit oder Demokratie stehen zu meinem großen Erschrecken zur Disposition. Das sind Situationen, in denen die Kunst immer unmittelbar reagiert», sagte Kosminksi der Deutschen Presse-Agentur. Verändern könne das Theater die Welt zwar nicht. «Aber es kann die Zeit spiegeln und die eigene Haltung sensibilisieren.»

Kosminski kommt vom Nationaltheater Mannheim. In Stuttgart ist er Nachfolger von Armin Petras. «Stuttgart steht für höchste künstlerische Qualität. Die Berufung empfinde ich als große Ehre», sagte der 56-Jährige. Die Spielzeit beginnt am 16. November mit der deutschsprachigen Erstaufführung von «Vögel» von Wajdi Mouawad, bei der der Chef selbst Regie führt.

Sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen, ist für Kosminski selbstverständlich. So will er sich in Stuttgart auf der Bühne auch mit Stadtentwicklung auseinandersetzen. «Es geht etwa um Mobilität, Ökologie und bezahlbaren Wohnraum», sagt er. Kosminski hat mit der Bundeskulturstiftung auch die Gründung eines Europa-Ensembles angekündigt, zusammen mit dem Nowy Teatr in Warschau, dem Zagreb Youth Theatre und dem Nationaltheater Athen. Schauspieler und Regisseure aus Kroatien, Bosnien, Polen, Griechenland und Deutschland sollen über zwei Jahre hinweg gemeinsam Theater machen und sich dem Thema Europa widmen.

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