Deutscher Radiopreis: Radiomacher feiern ihre Besten

Glückliche Gewinner in zwölf Kategorien: Bei der Gala des Deutschen Radiopreises in der Elbphilharmonie gibt es viel Lob für spannende, innovative und gut recherchierte Radioformate - doch auch mahnende Worte vom Bundespräsidenten.

Hamburg (dpa) - Rockige Töne, viel Prominenz und ein eindringlicher Appell: Deutschlands Radiomacher haben ihre Besten am Mittwochabend mit einer großen Gala in der Hamburger Elbphilharmonie gefeiert. In zwölf Kategorien wurden Auszeichnungen vergeben.

Panikrocker Udo Lindenberg präsentierte vor den rund 1400 geladenen Gästen seine neue Single «Niemals dran gezweifelt» auf der Bühne. Herbert Grönemeyer bekam für seinen Song «Fall der Fälle» mit der Botschaft «Keinen Millimeter nach rechts» Standing Ovations. Laudatoren waren unter anderem die Schauspieler Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf sowie die Moderatorin Marietta Slomka. Frech-witzig führte Barbara Schöneberger durch das bunte Programm.

Ehrengast war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er appellierte an Deutschlands Radiomacher, das kostbare Vertrauen ihrer Hörer zu erhalten. «Für viele sind Sie eben diejenigen, die die Meinung des Hörers im Alltag zu einem guten Stück prägen», sagte Steinmeier. Der gemeinsame Wunsch müsse es sein, mit diesem Privileg verantwortungsvoll und sorgsam umzugehen. Fehler würden sich nicht versenden. «Nicht die schnelle, die richtige Nachricht, die schafft Vertrauen.»

Den Preis für die «Beste Comedy» erhielten Dirk Haberkorn und Boris Meinzer von Hit Radio FFH für «Achtung Alexa». Das Format macht den Sprachassistenten zum Lockvogel am Telefon. Die Auszeichnung für die «Beste Reportage» ging an Holger Senzel von NDR Info für «Unter Schlamm begraben - Spurensuche in Petobo». Über den Preis für die «Beste Programmaktion» konnten sich Johannes Ott und Mike Thiel von Radio Gong 96,3 freuen - für das Projekt «Taxi von Frauen für Frauen».

Als «Meilenstein» lobte die Jury in der Kategorie Innovation «Swop» von 104.6 RTL, bei dem sich der Hörer zwischen mehreren musikalischen Alternativen entscheiden kann. Als beste Moderatorin wurde Carmen Schmalfeldt von Radio Leverkusen gewürdigt, als bester Moderator Steffen Lukas von Radio PSR. Die beste Sendung war aus Sicht der Jury «Deutschlands tiefste Morgensendung» (Lennart Hemme und Ralf Laskowski) von Radio Emscher Lippe zum Ende der Steinkohle-Ära. Auch die N-Joy Morningshow mit Andreas Kuhlage und Jens Hardeland konnte sich über eine Auszeichnung freuen.

«Bester Newcomer» ist David Mayonga alias Roger Rekless von Bayern 3 - unter anderem weil er seinen Gästen Wertschätzung und ehrliches Interesse entgegenbringe. Der Podcast «Geheimakte Peggy» bei Antenne Bayern (Christoph Lemmer und Ralf Zinnow) wurde «als souverän recherchiert und gut erzählt» gewürdigt. Den Preis für das «Beste Interview» bekam Bremen Zwei für die «Gesprächszeit». Dem Team um Moderator Mario Neumann gelinge es bravourös, Menschen Geschichten zu entlocken, hieß es. Themen für eine junge Zielgruppe präsentiert «Update» bei Deutschlandfunk Nova - und bekam dafür ebenfalls einen Preis in der Sparte «Bestes Nachrichten- und Informationsformat».

In diesem Jahr hatte es mit 442 Einreichungen von 154 Radioprogrammen so viele Bewerbungen wie nie gegeben. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury des Grimme-Instituts. Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Knapp 70 öffentlich-rechtliche und private Radios übertrugen die Gala live. Der NDR zeigte die Verleihung zeitversetzt am späten Abend im Fernsehen.

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