Die Klassik und der Kahlschlag - was wollte die Kulturpolitik der DDR?

30 Jahre nach der Wende meinte man, das Wesen der DDR erkannt zu haben. Doch nicht nur der neu entbrannte Streit über die Ursachen des aktuellen Rechtsrucks im Osten zeigt: Bei der wissenschaftlich-objektiven Sicht auf den zweiten deutschen Staat gibt es Nachholebedarf. Zwei Forscher aus zwei Generationen erklären nun in einer dreiteiligen Gesprächsreihe mit der "Freien Presse", was wir beim Blick auf das Land hinter der Mauer oft übersehen.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    3
    Deluxe
    11.03.2020

    Seit 30 Jahren ist ein differenziertes, feingliedriges und wissenschaftlich fundiertes Geschichtsbild der Deutschen Demokratischen Republik überfällig.

    Viel zu lange wurde die Geschichtsschreibung über den sozialistischen deutschen Staat den ideologischen Grabenkämpfern, erklärten Gegnern jeder Alternative zum entfesselten Kapitalismus und denen überlassen, die einfach nochmal kräftig nachtreten wollten.

    Die Deutsche Demokratische Republik ist untergegangen - größtenteils zu Recht. Kein vernünftig denkender Mensch will diese Staatsform zurückhaben. Niemand will die bornierte, politisch-ideologische Generallinie, diese Ignoranz der Realitäten und die Politik des "Sand in die Augen Streuens" à la Politbüro zurück.

    Aber es gibt politische Kräfte und leider auch (oft selbst ernannte) Historiker, die nicht aufhören können zu siegen. Mann kann diesen Staat nicht auf den Inlandsgeheimdienst und seine Staatsgrenze reduzieren, nur um ihn pauschal zum Unrechtsstaat stempeln zu können. Das mag politisch erwünscht sein, aber so einfach ist es nunmal nicht.

    Gerade was die Grenzfrage betrifft war dieser Staat doch nie souverän in seinen Entscheidungen. Die sogenannte "innerdeutsche Grenze" war gar keine innerdeutsche, sondern in Wirklichkeit die Grenze zwischen USA und UdSSR, zwischen zwei verfeindeten Militärblöcken und zwei gegnerischen Wirtschaftssystemen. Das ist nur ein Beispiel von vielen...

    Es wird Zeit, daß sich seriöse Wissenschaftler ohne ideologische Brille der Geschichte der DDR annehmen. Das kann auch ein Beitrag zur vielzitierten "inneren Einheit" der Deutschen werden, wenn man es vernünftig macht. Es muß aufhören, daß Westdeutsche, womöglich mit politischer Prägung des Bonner Nachkriegsstaates, oder aber politisch eindeutig parteiische "Historiker" die Deutungshoheit über diesen Teil der deutschen Geschichte für sich beanspruchen und den Menschen im Osten die DDR erklären, wie sie gefälligst zu sehen ist. Solange das passiert, muß man sich über einen Mangel an "innerer Einheit" nicht wundern.

  • 4
    5
    Freigeist14
    11.03.2020

    Es bleibt zu hoffen ,daß die Expertise der Forscher einem breiten Publikum bekannt wird . Pamphlete , wie "Der SED-Staat" ,die der Berliner Politologe Klaus Schroeder vom gleichnamigen Forschungsverbund der Freien Universität Berlin herausbrachte zeichnen ein ganz anderes Bild vom allumfassenden ,alles überwachenden totalitären Staat . Der Selbstanspruch als "Standardwerk zur DDR " war etwas voreilig und nie eingelöst worden .