Festival-Saison 2018: Das wird ein Spaß!

Im Juni starten die ersten Open-Air-Festivals. Millionen Deutsche bevölkern dann wieder für über drei Monate die Freiluft-Gelände des Landes, um sich zu ihrer Lieblingsmusik für ein paar Tage aus dem Alltag auszuklinken

Chemnitz.

Der Countdown läuft: Auf den Webseiten vieler Festivals wird schon seit Wochen runtergezählt, denn endlich steht die Freiluft-Saison wieder vor der Tür. Endlich kann man wieder ein ganzes Wochenende Festivalflair inhalieren, eine gehörige Dosis "unkompliziert" tanken.

Rund neun Millionen Besucher werden nach Schätzungen von Branchenverbänden zu den Festivals der Open-Air-Saison deutschlandweit erwartet. Gefeiert wird der kulturelle Ausnahmezustand, man verlässt den Rahmen des Alltäglichen und beugt sich in eine Parallelwelt, die, beschallt von der Lieblingsmusik, ganz vom gewünschten Lebensstil geprägt ist.

Diese Art von Veranstaltung ist seit Jahren Trend, boomt ungebrochen und füttert längst eine ganze Branche, die den Besuchern alles zu bieten versucht, was von diesen gewünscht wird. Auf großen Festivals wie dem "Hurricane" mit weit über 70.000 Besuchern werden mittlerweile stattliche zweistellige Millionenbeträge umgesetzt. In ganz Deutschland gibt es aktuell rund 500 kleine und große Festivals - da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Juni, Juli und August werden jeweils bis zu 30 Festivals stattfinden. Selbst, wenn man nur auf ein bestimmtes Genre aus ist, gibt es auch diesen Sommer kein Wochenende, an dem man nicht die Qual der Wahl hätte.

Doch auf Festivals zu gehen ist nicht ganz ohne. Allem Service zum Trotz muss der zivilisationsverwöhnte Mitteleuropäer inmitten einer feiernden Masse mit den dort vorhandenen Mitteln von der Gastronomie bis zur Toilette klarkommen. Und egal, ob Regen, Hagel oder 35 Grad im Schatten - es gilt, das jeweils Beste aus der Situation zumachen, damit man unter allen Umständen zu seinem Spaß kommt, seien sie noch so widrig. Da gibt es, ein paar Herausforderungen zu meistern. Folgende Dinge gehören daher unbedingt auf die Festivalpackliste:

Gaffa-Tape: Ob Loch im Zelt, Schuhsohle ab oder Bauchtasche gerissen: Mit dem stabilen, ebenso stark klebenden wie leicht wieder ablösbaren Textil-Klebeband kann man so gut wie alles flicken. Bands und ihre Roadies schwören seit Jahrzehnten auf das Wunderband, das schon so manche Show gerettet hat - und längst haben auch die Fans dessen Vorteile verinnerlicht: Ein echter Festivalbesucher würde niemals ohne seine Gaffa-Tape-Tetra-Pak-Tasche aus dem Zelt gehen. Was das ist? Auf Festivals darf man keine Glas- oder Plastikflaschen mitnehmen. Der Tetra Pak ist daher das Mittel der Wahl. Da es aber, nervt diesen den ganzen Tag in Hand oder Beutel zu tragen, klebt sich der gewitzte Festival-Profi aus Gaffa-Tape einen Trageriemen direkt an den Trinkkarton.

Gummistiefel und Regenjacke: Das klingt jetzt sicher nicht nach den sexyesten Teilen im Kleiderschrank - aber das ist spätestens nach dem fünften Bier auch egal. Denn die Bilder auf Instagram vom perfekten Festivallook entsprechen ganz sicher nicht der Realität. Aber immerhin sind Gummistiefel, dank Trendsetterin Kate Moss jetzt sogar in. Naja, gut es gibt vielleicht schon Ausnahmen. Die aus dem Baumarkt sind sicher sehr praktisch, auf den Laufsteg haben sie es aber noch nicht geschafft. Aber das macht nichts, denn es wurde zum Glück noch kein Festival erfunden, wo die Eintrittskarten nach Aussehen verteilt werden. Nachdem gleichen Motto: "praktisch wird zum Trend" hat es aber ein anderer Kandidat auf den Laufsteg geschafft nämlich die Regenjacke: von knallgelb über schlicht schwarz zu komplett durchsichtig - die Modebranche lässt einen nicht im Regen stehen.

Bauchtasche: In den 80er- und 90erJahren war die Bauchtasche ein angesagtes Modeaccessoire - danach war sie nur noch peinlich. Allerdings ist sie das, wofür Touristen sie früher kauften, ja wirklich: praktisch! Man hat alles in Griffweite bei sich und trotzdem die Hände frei. Und da sie eng am Körper anliegt, muss man sich selbst im wildesten Moshpit (das ist der Kreis vor der Bühne, in dem sich die Zuschauer umherschubsen) keine Gedanken mehr um seine Wertsachen machen. Taschendiebe haben es mit dem Teil definitiv nicht ganz so einfach, und zum derzeit angesagten Minimalismus fordert sie auch noch auf. Viele tragen Bauchtaschen nicht zwingend um die Hüften, sondern eher wie eine Umhängetasche. Und plötzlich schaut auch die Modebranche wieder hin: Als "Fanny Pack" feiert sie spätestens dieses Jahr ihr großes Comeback. Das Praktische wird also wieder zum Trend, abgeguckt von den Festivalgängern. Das Must-have der Open-Air-Saison kann man jedenfalls seit Herbst letzten Jahres wieder auf den Laufstegen der großen Modemetropolen erblicken, sogar Marken wie Gucci oder Louis Vuitton haben entsprechende Modelle im Angebot. Aber keine Angst: Eine einfache Bauchtasche, die nicht mal eben so viel kostet wie zehn Festival-Wochenendtickets, tut es auch.

Glitzer, Seifenblasen, Tattoos: Ein Festival ohne Glitzer, ist wie ein Himmel ohne Sterne. Sachen, mit denen man sich im Alltag niemals auf die Straße trauen würde, sind auf einem Festival unabdingbar. Selbst Einhorn-Kostüme! Denn selbst, wenn das Wetter schlecht, die Leute doof oder die Musik lahm sein sollte: Spaß wird gemacht - zur Not eben selbst! Deswegen darf man gern irgendwelche Gaga-Utensilien dabei haben.

Powerbank: Die Liste von Dingen aus den 90ern, die momentan wieder in Trend geraten, ist zwar lang, doch die alten Nokia-Handys mit der unendlichen Akkukapazität gehören nicht dazu: Man hat selbstverständlich das Smartphone dabei. Sei es, um die Gaga-Aktivitäten mit dem Einhorn-Kostüm festzuhalten oder als Feuerzeug-Ersatz beim Balladenbeleuchten. Nur: Smartphones sind schnell leer. Aber zum Glück hat ja irgend ein genialer Mensch die Powerbank erfunden: Mit dieser Zusatzbatterie halten selbst Handys von heute fast so lang wie das das erste Nokia 1011.

Ohropax: "Hast du Ohropax im Ohr kommt dir Lärm wie Stille vor", lautete 1928 der Werbespruch für die bekannten Ohrstöpsel. Eigentlich wegen der Lärmbelastung in Großstädten zu Zeiten der Industrialisierung erfunden, eignet dieser sich heutzutage auch bestens, um den Lärmpegel auf Festivals wenigstens nach 4 Uhr kurzzeitig auf ein erträgliches Maß zu bringen.

Trockenshampoo, Feuchttücher: Jeder, der schon mal auf einem Festival war, weiß, dass die hygienischen Verhältnisse dort oft schnell auf "Schon-von-2000-Leuten-benutztes-und-seit Tagen-nicht-geleertes-Dixi-Klo"-Niveau sind. Deswegen sind Feuchttücher ein Muss. Und Trockenshampoo - ein Produkt, von dem man, wenn man es im Drogeriemarkt hat stehen sehen, immer geglaubt hat, dass es völlig überflüssig sei: Als ob es nicht allerorts Wasser zum Waschen gäbe. Eben nicht: Mittlerweile stehen dort davon ganze Regale voll, und so gut wie jeder Beauty-Youtuber empfiehlt seine eigene Sorte.

Festival-Fahrplan

Rock im Park 1. bis 3. Juni in Nürnberg, unter anderem mit 30 Seconds To Mars, Casper, Muse, Foo Fighters.

www.rock-im-park.de

Chronical Moshers 7. bis 10 Juni in Hauptmannsgrün, unter anderem mit Exodus, Mantar, Asphyx und Entrails.

www.metalclub-reichenbach.de

With Full Force 14. bis 16. Juni in Ferropolis, unter anderem mit Judas Priest, Parkway Drive, Apocalyptica.

www.withfullforce.de

Hurricane / Southside vom 22. bis 24. Juni in Scheeßel/Neuhausen ob Eck, unter anderem mit den Arctic Monkeys, The Prodigy, SXNT, Marteria, Billy Talent und den Beginnern.

www.hurricane.de

Kosmonaut-Festival 29. bis 30. Juni in Chemnitz, unter anderem mit Kraftklub, Feine Sahne Fischfilet, Milky Chance und RAF Camora.

www.kosmonaut-festival.de

TFF Rudolstadt 5. bis 8. Juli in Rudolstadt, unter anderem mit Faber, Fatoumata Diawara, Graham Nash.

www.rudolstadt-festival.de

Splash! 6. bis 8. Juli in Ferropolis, unter anderem mit Casper, Cro, J. Cole, Nimo und Trettmann.

www.splash-festival.de

Summerjam 6. bis 8. Juli in Köln, unter anderem mit Milky Chance, Materia, Gentleman und Trettmann.

www.summerjam.de

Bang Your Head 12. bis 14. Juli in Balingen, unter anderem mit Europe, Accept und Powerwolf.

www.bang-your-head.de

In Flammen12. bis 14. Juli in Torgau, unter anderem mit Hate, Cannibal Corpse, Candlemass und Bölzer.

www.in-flammen.com

Melt! 13. bis 15. Juli in Ferropolis, unter anderem mit Fever Ray, The XX, Tyler, The Creator, Nina Kraviz, Florence + The Macineund Tyler.

www.meltfestival.de

Deichbrand Festival19. bis 22. Juli in Cuxhaven, unter anderem mit den Toten Hosen, Casper und The Killers.

www.deichbrand.de

L'abore 27. bis 28. Juli in Hauptmannsgrün, unter anderem mit Doc Flippers, Pretty Lightning und Penya.

www.festival-labore.de

Wacken Open Air2. bis 4. August in Wacken, unter anderem mitGhost, Helloween, In Extremo und Otto.

www.wacken.com

Nature One 3. bis 5. August in Kastellaun, unter anderem mit Sven Väth, Dune, Lexy & K-Paul, Moonbotica und Paul van Dyk.

www.nature-one.de

Sonne Mond Sterne 10. bis 12. August am Saalburg Beach, unter anderem mit Marshmallow, Felix Jaehn, David Guetta und Alan Walker.

www.sonnemondsterne.de

Highfield 17. bis 19. August in Leipzig, unter anderem mit den Fantastischen Vier, Bad Religion, den Broilers, den Editors und den Dropkick Murphys.

www.highfield.de

Lollapalooza vom 8. bis 9. September in Berlin, unter anderem mit Casper, Kraftwerk, The National, Imagine Dragons und The Weeknd.

www.lollapaloozade.com

 

Tickets für diese und viele weitere Veranstaltungen gibt es in allen "Freie Presse"-Shops in Ihrer Nähe sowie online.

www.freiepresse.de/meinticket

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