Festung Königstein: Über 78 000 Besucher bei Ausstellung

Königstein (dpa/sn) - Die Ausstellung über die Festung Königstein (Sächsische Schweiz) als geschlossener DDR-Jugendwerkhof hat bereits mehr als 78 000 Besucher in knapp sieben Monaten gezählt. Damit sei die Anfang November zu Ende gehende Präsentation bereits jetzt eine der bedeutendsten der jüngeren Vergangenheit, wie die Festung Königstein gGmbH am Dienstag mitteilte. Das große öffentliche Interesse und die intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten zeige, wie aktuell das Thema sei. «Es erstaunt und bewegt die Menschen.»

Die Schau «Jugendwerkhof Königstein 1949-1955» zeugt vom Leben der Insassen und der Entstehung ideologiebehafteter Erziehungsanstalten für als schwer erziehbar geltende straffällige Jugendliche. Fotos, Dokumente, Filme, Arbeitsgeräte und Zeitzeugen berichten vom Alltag der Mädchen und Jungen, die zu «sozialistischen Persönlichkeiten» werden sollten.

Der Königsteiner Jugendwerkhof war eine der ersten Einrichtungen der Jugendhilfe in der DDR und einer von etwa 70 Umerziehungsanstalten. Die Festung, zuvor schon Staatsgefängnis oder Militärstrafanstalt, galt als ausbruchsicher. Die ersten 14 bis 18 Jahre alten Zöglinge mussten sie in körperlich schwerer Arbeit bewohnbar machen, spätere Insassen für die Versorgung arbeiten. 1955 wurde der Werkhof Königstein auf Druck der Öffentlichkeit geschlossen.

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