Lindenbergs Wunschgast ist Lady Gaga

Auf seinem aktuellen Album singt der Panik- Rocker mit vielen Kollegen. Der MDR hat ihn bei drei Konzerten mit der Kamera begleitet.

Leipzig.

Udo Lindenberg polarisiert. Seine Kritiker sehen in ihm einen Sänger, der nicht singen kann. Seine Fans dagegen finden ihr Leben und ihre Überzeugungen in seinen Texten und der energiegeladenen Musik wieder - und feiern ihn. Im Laufe seiner Karriere sind mehr als 700 Titel entstanden. 27 davon hat er für sein aktuelles Album "Live vom Atlantik" ausgewählt. Der Titel ist eine Reminiszenz an sein Zuhause, das Hotel Atlantic in Hamburg, und die stürmischen Meere dieser Welt. Aufgezeichnet wurde das Album im Sommer 2018 bei drei Konzerten in der Hamburger Kampnagel-Fabrik, die dafür mit Schiffsambiente ausgestattet wurde. Der MDR hat daraus zwei Filme gemacht, die die Vorbereitungen und das Konzert zeigen, und sie am Mittwoch in Leipzig mit 400 Fans gefeiert.

"Die Titelauswahl war wie eine Zeitreise", sagt Lindenberg. Die Songs aus den Anfangsjahren mussten zudem angepasst werden: "Zu Beginn hatte ich noch eine Pieps-stimme, ganz hoch. Zwischenzeitlich habe ich ganz viel Whisky gesoffen und Zigarre geraucht, damit die Stimme auch dort ankommt, wo sie hingehört", blickt der Musiker ironisch auf Abstürze.

Wie bereits beim Vorgänger-Album "Live aus dem Hotel Atlantic" hat er sich erneut Kollegen auf die Bühne geholt, unter anderem Alice Cooper, den Reggae-Musiker Gentleman, das musikalische Multitalent Jan Delay, den Rapper Marteria. Viele waren baff über diese Einladung. "Da kommt eine SMS von Udo - so einfach geht es", sagt "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler. Sie wollte schon immer mal singen. Dass es dann aber richtig harte Arbeit ist bis zu einem Bühnenauftritt, hat sie überrascht. Mit "Bist du vom KGB" blieb sie im Duett mit Lindenberg und ganz im Look des Panikrockers im Genre ihrer Filmrolle. Der Hut und die Sonnenbrille hätten ihr etwas Schutz bei ihrer Sanges- premiere gegeben, sagt die sonst so taffe Schauspielerin. Für seine Gästeliste hat der Panikrocker für die Zukunft noch einen besonderen Wunsch: "Lady Gaga. Ich finde sie einfach super!"

Den ersten Film haben der MDR und Lindenberg 2015 zusammen erarbeitet. "Wir fanden uns gegenseitig ziemlich cool und gut", meint Regisseur Sven Haeusler. Seitdem gab es in jedem Jahr ein gemeinsames Projekt. Lindenberg schenke seinen Partnern viel Vertrauen. Schließlich stehe nach einem langen Prozess von Planungen, Vorbesprechungen, Drehen und Schneiden sein Name drauf und sein Gesicht ist zu sehen. "Zu sagen, ich begebe mich in eure Hände, das ist ein großes Lob", meint Haeusler. Leipzig ist für den Panik-Rocker überhaupt ein sehr emotionaler Ort. "Die erste Show war unvergesslich, es flossen Tränen. Das war derartig berührend, auch ich habe geweint", erinnert sich Lindenberg. Anders als damals gab es bei den Filmpremieren absolut gute Stimmung. "Die Weltaufführung zusammen mit euch in der Panikhauptstadt Leipzig war ein echter großer Flash. Danke, dass wir das zusammen gemacht haben", sagt Lindenberg. Demut kann er.

Udo Lindenberg im Film "Volle Fahrt voraus", die Dokumentation, zeigt die ARD am Freitag um 22.30 Uhr; "Live vom Atlantik", das Konzert, um 23.15 Uhr.

 

 

 

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