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Machen statt meckern - so lebt der Kulturhauptstadtgedanke, heute: Anja Dähne und das "Projekt 46"

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Gemeinsam anpacken, loslegen und sehen, dass was geht - das ist der Gedanke der Kulturhauptstadt. "Freie Presse" stellt Menschen vor, die das schon leben. Heute: Anja Dähne und das "Projekt 46" in Zwickau.

Wer seid Ihr?

Im "Projekt 46" kommen viele Menschen aus ganz verschiedenen Bezügen, verschiedenen Bubbles zusammen, die den Raum an der Hauptstraße 46 als "offenes Wohnzimmer" nutzen, den uns die Stadt zur Verfügung gestellt hat. Es kommen die 95-jährige Oma, Familien, Kinder, wir haben Verbindung zur migrantischen Community und zur Fanszene des FSV Zwickau.

Was macht Ihr?

Das ist ein offener Raum. Wir haben einen Kalender, in den sich jeder eintragen kann, der hier etwas machen möchte. Jeder kann sich hier verwirklichen. Man kann eine Ausstellung anbieten, Lesungen, Konzerte. Der Ukraine-Verein trifft sich hier, ein feministischer Chor hat sich gegründet. Aus anderen Vereinen kommen Leute, die einfach auch mal in der Innenstadt sein wollen. Wir wollen die Stadt schöner machen, mit jedem ins Gespräch kommen - na, fast mit jedem.

Was stört Euch in dieser Welt?

Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich könnte auch aufzählen, was alles schön an der Welt ist: dass wir so viele verschiedene Menschen sind, dass wir so viele Kulturen kennenlernen dürfen. Wir können uns freuen, dass wir atmen und gesund sind. Wir können uns an der Natur erfreuen. Es gibt Sachen, die uns stören. Wir wünschen allen Menschen auf der Welt, dass sie im Frieden leben können. Uns stört Kinderarbeit, Krieg, Ungerechtigkeit, faschistisches, rechtsradikales Gedankengut, Homophobie, patriarchale Machtstrukturen. Es macht uns alle traurig, dass wir in so einer privilegierten Situation leben und dies zerstört werden soll, vor allem durch Klimaleugner und Antidemokraten. Wir wollen sagen: Wir müssen uns nicht gegenseitig bekriegen, müssen miteinander reden, solidarisch sein und für eine gerechtere Welt eintreten.

Wie wollt Ihr diese Welt verändern?

Jeder im Projekt will die Welt verändern, jeder nach seiner Fasson, wie er es am besten kann. Wir machen Veranstaltungen zum ÖPNV, zur Klimagerechtigkeit, Feminismus, Chancengleichheit. Wir sind dafür, dass Menschen zusammenkommen, ihre Welt mitgestalten.

Was war bisher Euer größtes Ding?

Ich glaube, jede einzelne Aktion hier ist ein "großes Ding". Weil Menschen hier lernen, sich zu organisieren, sich ausprobieren. Stolz sind wir auf die Preise von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Ferry-Porsche-Stiftung, die wir bekommen haben.

Was habt Ihr als nächstes vor?

Erst mal weiter bestehen, weil hier ganz viele Menschen einen Rückzugsort haben. Und wir denken über eine Vereinsgründung nach.

 

Das "Projekt 46" wurde im Jahr 2022 gegründet, hat rund 30 Mitglieder und ist aktiv bei Instagram

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