Moritzburg Festival: Viel Musik und ein eigenes Eis

Der Name Moritzburg hat in der Musikwelt einen besonderen Klang. Denn die kleine Gemeinde vor den Toren Dresdens ist bei Kammermusikern aus dem In- und Ausland eine gefragte Adresse.

Moritzburg (dpa/sn) - Musik auf Spitzenniveau und an ungewöhnlichen Orten: Das Moritzburg Festival für Kammermusik hat bei seiner 27. Ausgabe in diesem Jahr erneut Musikerinnen und Musiker aus aller Welt zu Gast. Dabei wird das Werk von Clara Schumann zu ihrem 200. Geburtstag gewürdigt. «Ich bewundere die außergewöhnliche Kraft, Begabung und Kreativität, die Clara Schumann als Pianistin, Komponistin, Ehefrau und Mutter entfaltet hat», sagte Jan Vogler, künstlerischer Leiter des Festivals.

Moritzburg ist dabei Partner des Leipziger Festivals «CLARA19», das die Jubilarin mit gut 170 Veranstaltungen ehrt. Clara Schumann hatte mit ihrem Ehemann Robert ab Dezember 1844 knapp sechs Jahre in Dresden gelebt. Hier entstand etwa ein Drittel des Gesamtwerkes von Robert Schumann. Das vielleicht berühmteste Werk brachte Clara am 4. Dezember 1845 im Konzertsaal des Hotel de Saxe zur Uraufführung: Das Klavierkonzert a-Moll gehört heute zum Repertoire jedes namhaften Pianisten und ist ein Hit in den Programmen vieler Orchester.

Vom 4. bis 18. August sind in Moritzburg und Umgebung sowie in Dresden 21 Konzerte geplant. Spielstätten sind das Schloss, die Evangelische Kirche und das Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg, die Elbe Flugzeugwerke in Dresden, der Dresdner Kulturpalast, der Park von Schloss Proschwitz sowie die Kirche in Steinbach. Bei der Langen Nacht der Kammermusik in der Moritzburger Kirche treten am 15. August Teilnehmer der Moritzburg Akademie in diversen kammermusikalischen Besetzungen auf. Auch das musikalische Picknick am 11. August in Proschwitz wird von ihnen gestaltet.

Für die Akademie des Jahres 2019 waren fast 500 Bewerbungen aus aller Welt eingetroffen. Das Festival wählte 37 junge Künstlerinnen und Künstler aus 16 Ländern aus. Sie bilden nach einer Probenphase nun das Festivalorchester. Fast die Hälfte der Nachwuchstalente stammt aus Europa, jeweils etwa 20 Prozent aus Asien und Nordamerika. Erstmals sind auch Musiker aus Indonesien und Island dabei. Am 10. August wird das Orchester unter Leitung seines Chefdirigenten Josep Caballé im Dresdner Kulturpalast auftreten.

Cellist Jan Vogler hatte das Moritzburg Festival 1993 gemeinsam mit seinem Bruder Kai Vogler (Geige) und Peter Bruns (Cello) gegründet. Seit 2001 ist Jan Vogler alleiniger künstlerischer Leiter. Binnen kurzer Zeit spielte sich Moritzburg in die Erste Liga internationaler Kammermusikfestivals. Auch das Debüt in der New Yorker Carnegie Hall ließ nicht lange auf sich warten. Um auch außerhalb des Sommers in der internationalen Musikszene präsent zu sein, begibt sich das Festival seit 2001 regelmäßig «on Tour» und gastierte dabei unter anderem in Rom, Mailand, Brüssel, Seoul und Berlin.

In Moritzburg legt aber nicht nur auf musikalische Genuss Wert. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine festivaleigene Eissorte. Während die Veranstalter 2018 das Publikum mit der Kreation «Joghurt- Granatapfel» erfrischte, gibt es dieses Mal ein Heidelbeereis - farblich passend zur Farbe des Festivals. Die Kreation stammt vom Dresdner Familienunternehmens Neumanns Eis.

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