Musik gegen Armut: Stars, Buhrufe und Schrecksekunde

Tausende Zuschauer, Stars wie Janet Jackson, Cardi B und Shawn Mendes auf der Bühne und das alles für einen guten Zweck - eigentlich hatte es ein fröhlich-friedlicher Konzertabend in New York werden sollen. Einer aber bekam Buhrufe ab - und es gab eine Schrecksekunde.

New York (dpa) - Musiker wie Janet Jackson, John Legend, Shawn Mendes und Cardi B haben bei einem gemeinsamen Konzert im New Yorker Central Park für mehr Engagement im Kampf gegen Armut und Krankheiten geworben.

«Engagiert Euch, wo auch immer ihr nur könnt», sagte Mendes bei dem Festival in der Nacht zum Sonntag vor rund 60.0000 Zuschauern. «Danke, dass Ihr hierher gekommen seid, das ist ein Traum.»

Cardi B trat in einem roten Outfit mit Fransen und goldenem Mikrofon auf. «Ich bin nervös, ich schwitze, aber es ist okay, denn ich bin hier und bereit, die Welt zu verändern.» Auch Schauspieler wie Hugh Jackman und Forest Whitaker sowie Vertreter von Regierungen, den Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen zeigten sich bei dem mehrstündigen Spektakel auf der Bühne.

Zwischendurch gab es allerdings eine Schrecksekunde, als viele Zuschauer das Geräusch einer umfallenden Metallabsperrung für Schüsse hielten, Angst bekamen und versuchten zu fliehen. Kurz entstand Panik, Menschen rannten durcheinander. Sieben Zuschauer seien dabei leicht verletzt worden, sagte der Veranstalter Hugh Evans. Die New Yorker Polizei und der Musiker Chris Martin beruhigten die Menschen dann jedoch von der Bühne aus. «Niemand versucht, irgendjemanden zu verletzen», sagte Martin. «Ihr seid alle in Sicherheit.»

Tickets für das «Global Citizen Festival»-Konzert gab es wie jedes Jahr kostenlos im Internet. Wer eines ergattern wollte, musste im Internet Texte, Fotos und Videos über den globalen Kampf gegen Armut und Krankheiten lesen und weiterverbreiten.

Für die zahlreichen Musiker und Schauspieler gab es vom Publikum Jubel und Applaus - Buhrufe dagegen für den republikanischen Senator Jeff Flake. Dieser sprach sich zwar gemeinsam mit seinem demokratischen Kollegen Chris Coons auf der Bühne für mehr Gleichberechtigung von Männern und Frauen aus. Am Freitag hatte sich Flake aber im Justizausschuss des US-Senats für die Nominierung von Brett Kavanaugh als Richter am Supreme Court ausgesprochen und damit viele Frauen vor den Kopf gestoßen.

Mindestens drei Frauen haben Missbrauchsvorwürfe bis hin zur versuchten Vergewaltigung gegen Kavanaugh erhoben, die dieser zurückweist. Flake forderte eine FBI-Untersuchung der Vorwürfe, nachdem ihn zwei Frauen, die eigenen Angaben zufolge selbst sexuelle Übergriffe erlebt haben, auf dem Weg zur Ausschusssitzung in einem Aufzug konfrontierten. «Ihr könnt auch gerne jederzeit in einem Aufzug mit mir zusammenkommen», sagte Flake nun bei dem Konzert in New York zur Zuschauermenge.

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