Neue Tübke-Schau in Bad Frankenhausen zu Sowjetunion-Reisen

Bad Frankenhausen (dpa) - Werner Tübkes Reisen durch die Sowjetunion stehen im Fokus einer neuen Ausstellung über den Leipziger Maler in Bad Frankenhausen. «Die Eindrücke, die er dort gesammelt hat, durchziehen bis zum Schluss sein Werk», sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Panorama Museums, Johanna Huthmacher, am Freitag. Das zeige sich etwa in vom kaukasischen Gebirge inspirierten Landschaften und der Darstellung vom Alltag von Bauern. Festes Kernstück des Panorama Museums ist das wohl bekannteste Tübke-Werk: sein 1987 fertiggestelltes riesiges Panorama-Gemälde zum Epochenumbruch zur Zeit des Bauernkriegs.

Von Samstagabend an bis zum 3. November zeigt die Schau «Werner Tübke. Von Petersburg bis Samarkand - Unter fremden Menschen» mehr als 100 Werke, darunter Gemälde und Lithografien. «Die Zeichnungen und Aquarelle sind vor Ort entstanden», sagte Huthmacher. Tübkes erste Auslandsreise überhaupt hatte den Maler ein Jahr lang quer durch die Sowjetunion geführt. «Die Reise war maßgeblich für sein Schaffen», so Huthmacher. Die verschiedenen Lebenswelten, die er dort erlebt hatte, hätten seinen Blick erweitert.

Dabei sei Tübkes Verhältnis zur Sowjetunion keine einfaches gewesen, betonte Huthmacher. «Als Jugendlicher ist er für mehrere Monate von sowjetischen Militärorganen in Haft genommen worden.» Auch die Bilder, die er nach seinen Reisen präsentierte, entsprachen nicht den Vorstellungen der Kulturchefs damals. «Seine Gemälde stießen in der DDR auf Unverständnis. Man hatte gehofft, den neuen Sowjet-Menschen darin zu sehen, stattdessen kam Tübke zurück mit geradezu altmeisterlichen Darstellungen», erklärte Huthmacher. Tübke lebte von 1929 bis 2004. Am 30. Juli wäre er 90 Jahre alt geworden.

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