Neuer Erzgebirgskrimi: Ein Kommissar unter Mordverdacht

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Die Dreharbeiten für den fünften Teil laufen in Chemnitz und in Wolkenstein. Seine Vorgänger haben für eine gute Quote gesorgt. Deshalb soll auch noch nicht Schluss sein.

Monatelang haben Besucher keinen Fuß in die Villa Esche setzen können. Führungen, Konzerte, Restaurantbetrieb waren wegen der Coronapandemie nicht mehr möglich. Jetzt kommt wieder Leben in das Jugendstilgebäude im Chemnitzer Stadtteil Kapellenberg. Seit Dienstag laufen dort die Dreharbeiten für den fünften Teil des ZDF-Erzgebirgskrimis.

Aus dem ehemaligen Wohnhaus des Strumpffabrikanten Herbert Esche wird im Film der Firmensitz eines Unternehmens, das an moderner Wasserstofftechnologie forscht. Genau diesem ist eine Journalistin auf der Spur. Die Frau will auf brisantes Material über die Firma und deren Chef gestoßen sein. Noch bevor sie ihre Erkenntnisse teilen kann, wird sie erschlagen. Am Tatort erfahren Hauptkommissar Robert Winkler (Kai Scheve) und seine Kollegin Karina Szabo (Lara Mandoki), dass die Journalistin Mitglied einer Umweltorganisation war, die sich gegen Erweiterungspläne des Unternehmens stemmt. Dafür sollen mehrere Hektar Wald gerodet werden.

Doch während der Ermittlungen wird Kommissar Winkler von seiner Vergangenheit eingeholt. Die Journalistin hatte auch an einer Geschichte über die Entwicklungschefin der Firma gearbeitet. Am tödlichen Unfall von Winklers Freundin vor 27 Jahren soll sie eine Mitschuld gehabt und anschließend Fahrerflucht begangen haben. Als die Frau plötzlich auch tot aufgefunden wird, gilt Winkler als Hauptverdächtiger.

"Chemnitz wird in diesem Film häufiger gezeigt. Es geht auch um die Geschichte unseres Hauptkommissars und der lebt und arbeitet eben in Chemnitz", erklärt Produzentin Gabriele Jung von der Neuen Film Produktion. Bis Ende Juni wird dort, sowie auch in und um Wolkenstein gedreht.

Ein Großkonzern, der für ein Bauprojekt plant, Wald zu roden und dabei auf den Widerstand von Umweltschützern stößt - die Geschichte weist Ähnlichkeiten zu den Geschehnissen rund um den Neubau der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide auf. Jung lacht kurz, als sie den Vergleich hört: "Die Inspiration für unseren Erzgebirgskrimi war tatsächlich eine andere. An der Chemnitzer Universität gibt es seit einiger Zeit schon Forschungen zum Wasserstoffantrieb bei Autos. Sachsen war zudem viele Jahre Autoland. Horch hat hier gebaut", sagt Jung. Selbstverständlich sei es möglich, sich Geschichten auszudenken oder aus anderen Regionen zu übernehmen. Das sei aber nicht der Sinn dieses Krimis. "Die Themen müssen echt sein, nicht nur die Orte, die man in den Aufnahmen sieht", so Jung.

In das Erzgebirge habe sich die Produzentin regelrecht verliebt. Die Leute seien freundlich, wenn anfangs auch etwas verschroben. Sie kenne das auch aus ihrer Heimat, die nahe der niederländischen Grenze liegt. Besonders schätzt sie den Dialekt: "Ich finde ihn inzwischen bezaubernd. Am Anfang fiel es mir teilweise schwer, ihn zu verstehen. Aber jetzt geht er einfach ins Ohr." Gerade für den Dialekt hatte der Erzgebirgskrimi in der Vergangenheit Kritik geerntet. Zuschauer kritisierten, die Försterin, gespielt von Teresa Weißbach, spreche kein richtiges Erzgebirgisch. An andere Stelle wurde die angeblich falsche Benutzung der Grußformel "Glück Auf" bemängelt. Diese Anmerkungen nimmt sich Jung zu Herzen, sagt sie. Regelmäßig konsultiert sie einen Sprachcoach aus der Region. "Teresa Weißbach stammt aber aus dem Erzgebirge, sie kennt den Dialekt. Sie spricht ihn aber nur sehr leicht, damit sie auch Leute aus Bayern oder dem Schwarzwald verstehen", fügt sie hinzu.

Die Produktionen scheinen dennoch gut anzukommen. Der erste Krimi hatte sechs, der zweite sieben und der letzte sogar acht Millionen Zuschauer. Bleibt das Format weiter so erfolgreich, könne sich Jung durchaus vorstellen, dass noch viele Folgen gedreht werden. Final liegt das aber nicht in ihrer Hand. Ebenso wenig wie die Sendetermine. Weder die vom fünften noch die vom bereits fertigen vierten Erzgebirgskrimi stehen fest. Dafür sollen schon übernächste Woche die Recherchen zum sechsten Teil starten. Die Arbeiten dazu sind für August angesetzt.

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