Ohne Worte

Bereits im zarten Alter von elf Jahren brachte Aaron Lee Tasjan sich mit Songs von Oasis das Gitarrespielen bei. Ein bisschen ist er dieser Methode in seinem Musikerleben treu geblieben. Klingen doch auch die elf Songs seines aktuellen Albums "Tasjan! Tasjan! Tasjan!" (Pias) so, als hätte man sie irgendwo schon mal gehört. Er selbst nennt das "interstellaren Pop". Bei "Computer Of Love" und "Up All Night" meint man, die Travelling Wilburys oder Tom Petty zu hören. "Another Lonely Day" oder "Not That Bad" dagegen klingen eher wie die Beatles auf ihrem Weißen Album oder Sean Lennon, mit dem der 1986 in Wilmington/ Delaware geborene Tasjan auch schon kollaboriert hat. Ein Hauch von Sixties liegt über den Songs, die gleich ins Ohr gehen und von ausschweifenden Abenden, Narzissmus und virtuellem Leben erzählen. welf

Softelektroniker Christopher von Deylen alias Schiller hat sich offenbar neue Hallmaschinen zugelegt: Sein neues Album "Summer in Berlin" ersäuft geradezu im künstlichen Raum. Das ist erst einmal Geschmackssache und nicht zwingend schlecht - wenn es die richtige Soundlandschaftsspannung illustriert. Genau daran mangelt es hier aber. Die Platte bietet eine staubig ausgewalzte Melange von Uralt-Sound der Tangerine-Dream-Schule, etwas smoothem Ambient-Techno und überstrapazierten Ethno-Splittern. Das klingt wie das Auftragswerk eines Planetariums, wo es als elegante Hintergrundmusik auch funktionieren dürfte: Die wenigen faden Field-Recordings aus der Hauptstadt machen daraus leider aber keine Berlin-Konzeptkunst.tim

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