PEN reagiert auf Radebeuler Amtsleiter-Wahl

Radebeul (dpa/sn) - Die Wahl des Schriftstellers Jörg Bernig zum neuen Radebeuler Kulturamtsleiter schlägt nun auch über die Stadtgrenzen hinaus Wellen. Der Schriftstellerverband PEN forderte den 56-Jährigen am Montag auf, seine Position zu überdenken. Bernig sei seit 2005 Mitglied des deutschen PEN. Der Autor wird zur neuen Rechten gezählt.

Das deutsche PEN-Zentrum wende sich «mit aller Schärfe gegen nationalistische Bewegungen, insbesondere gegen Positionen, wie sie AfD, Pegida und ähnliche Gruppierungen vertreten», erklärte Präsidentin Regula Venske. Die Charta des Verbandes verpflichte jedes Mitglied, für das Ideal einer einigen Welt einzutreten.

Auch ein Aufruf aus dem Jahr 2014 habe weiter Gültigkeit. Darin forderten die Schriftsteller die Europäische Union auf, ein gemeinsames Asylrecht zu schaffen und Schutzsuchende nicht zu behandeln, als wären sie Feinde, die es abzuwehren gilt. Äußerungen aus dem Umkreis der neuen Rechten zu Migration und Migranten seien damit nicht kompatibel.

«Vor diesem Hintergrund bitten wir Herrn Bernig zu prüfen, inwieweit er seine Verpflichtung gegenüber der PEN-Charta wahrnehmen kann, und ggfs. die notwendigen Konsequenzen zu ziehen», teilte der Verband mit.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.