Pöbeleien im Kabarett: LKA übernimmt Ermittlungen

Dresden/Cottbus (dpa) - Nach ausländerfeindlichen und verachtenden Zwischenrufen bei einer Vorstellung im Dresdner Kabarett «Die Herkuleskeule» hat das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen die Ermittlungen übernommen. Das Polizeiliche Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum prüfe eine politische Motivation, wie eine LKA-Sprecherin am Montag sagte. Die mutmaßlich rechten Pöbler hatten die Aufführung des Stückes «Betreutes Denken» am Samstagabend massiv gestört, sie war daraufhin unterbrochen worden. Als zwei Darsteller die Gruppe zur Rede stellten, war ein 37 Jahre alter Schauspieler mit einem Bierglas beworfen und am Kopf leicht verletzt worden.

In dem Stück geht es um Themen wie Fake News, soziale Medien und die Überforderung des Bürgers mit Informationen in Medien aller Art. Die meisten Störer hatten das Theater im Kulturpalast vor dem Eintreffen der Polizei bereits verlassen. Drei der beteiligten Männer im Alter von 36 bis 39 Jahren sind aber namentlich bekannt, nach Angaben der Polizei stammten sie aus dem Raum Cottbus. «Der Sachverhalt wird geprüft», sagte die LKA-Sprecherin.

Die «Herkuleskeule» will nach dem Vorfall nichts an seinem Programm ändern. «Wir sagen weiter, was wir zu sagen haben», sagte der Künstlerische Leiter Philipp Schaller. «Der Zugang zum Theater bleibt weiter frei und ohne Beschränkungen.» Das Stück wird laut Spielplan das nächste Mal Anfang Februar gegeben. «Wir hoffen, dass sich unsere Zuschauer weiterhin bei uns wohlfühlen und befreit lachen können.»

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