Warum Sprache stechen kann

Wissenschaftler Anatol Stefanowitsch über den Sinn politisch korrekter Sprache, über "Mohren" und "Fidschis", "Ossis" und "Ranjid" und eine heikle Frage

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium


  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+)

Sie sind bereits registriert? 

33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Haju
    30.10.2020

    Die politische Korrektheit hat den Hintergedanken, über die Deutungshoheit von Sprache die gesamtgesellschaftliche Deutungshoheit zu beanspruchen und zu erlangen.
    "Was ich denk und tu', trau' ich allen andern zu!" In diesem Sinne ist eine kritische Betrachtung von: "Woher kommen Sie?" lediglich die Offenbarung: "Ich habe von früh bis spät Hintergedanken." (siehe oben)

  • 6
    0
    Bader
    30.10.2020

    Es gibt schon sein Menschengedenken immer Menschen mit Eigenschaften, die aus Neugier eine Nachfrage begründen. Das ist nicht rassistisch gemeint und muss auch erlaubt sein. Ich habe selbst in Asien gelebt und wurde den ganzen Tag vom Mopedfahrer bis zum Dienstkontakt nach meiner Herkunft gefragt. Ich war halt eine "Langnase". Damit hatte ich kein Problem, da ich ja offensichtlich komplett anders aussah. Man kann dann schon genervt sein, aber man sollte den Fragenden nicht gleich Rassismus unterstellen. Etwas Souveränität und ein lockerer Spruch hat immer geholfen. Ich finde es daher nicht rassistisch, Menschen mit anderer Hautfarbe/Optik nach Ihrer Herkunft zu fragen, da man dies aus Neugier und nicht als Ausgrenzungsversuch macht. Das sollte man sich auch nicht einreden lassen. Das führt dann nur zu "Nicht-Miteinanderreden" und "Hintenrumtuscheln". Das ist doch noch viel unangenehmer als das mal respektvoll zu erfragen....

  • 4
    2
    BuboBubo
    30.10.2020

    "Aber den Besitzer eines Restaurants, in dem ich regelmäßig esse, kann ich irgendwann fragen: Ich möchte Sie nicht falsch verorten, stimmt meine Annahme, dass Sie aus Vietnam stammen?"

    Das empfiehlt, tiefschürfend begründet, die Wissenschaft.

    Das "gemeine Volk" wird dazu eine Frage formulieren, die ich hier lieber nicht wiedergebe. Die aber dennoch berechtigt ist, weil Sprache basisdemokratisch funktioniert und selbst ihre anerkannten Regulatoren (wie etwa den "Duden") vor sich her treibt.

    Wir werden sehen. "Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit."
    (Autor: unbekannt)